Ahnataler Firma wacht bei Getränkeabfüllung über Qualität und Hygiene

Made in Kassel: Miho GmbH ist der Kontrolleur der Flaschen

Experten im Gespräch: Service-Techniker Klaus Tolle (links) erörtert mit Geschäftsführer Dr. Markus Grumann ein Problem. Foto: Koch

Ahnatal. Die kompakten Anlagen der Miho Inspektionssysteme GmbH in Ahnatal sind intelligent, reaktionsschnell, extrem belastbar und akribisch genau.

In komplexen Abfüllprozessen in Brauereien und bei anderen Getränke-Herstellern wachen sie darüber, dass die hohen Qualitäts- und Hygiene-Standards eingehalten werden und das Produkt auch den anspruchsvollen ästhetischen Vorgaben insbesondere bei hochpreisigen Artikeln entspricht.

Dabei müssen die Alleskönner aus Heckershausen idealerweise rund um die Uhr funktionieren. In feuchten, stickigen und staubigen Umgebungen kontrollieren sie mithilfe von zahlreichen rechnergesteuerten High-Tech-Kameras die Abfüllung von stündlich bis zu 70 000 Flaschen oder Dosen, erkennen zielsicher in Sekundenbruchteilen verunreinigte oder beschädigte Gebinde und sortieren sie aus.

Wenn die Miho-Technik nicht funktioniert, steht die ganze Anlage still. Oder verunreinigte, vielleicht sogar toxische Chargen gelangen in den Handel, was dem Hersteller viel Ärger mit der Kundschaft und schlimmstenfalls existenzbedrohende Regressforderungen einbringen kann.

Edelstahl, optische Systeme, Elektronik und unsichtbare Hochleistungssoftware: Miho-Inspektionssysteme aus Ahnatal-Heckershausen sind hochwertige Anlagen und weltweit gefragt. Foto: Miho / nh

Miho-Anlagen sind das Herzstück von Abfüllprozessen bei mittelgroßen Getränke-Herstellern. Sie sortieren und zählen die Mehrwegflaschen, inspizieren sie zuverlässig nach der Säuberungin riesigen Waschmaschinen auf Reinheit, Unversehrtheit und ästhetische Anmutung, kontrollieren nach dem Befüllen Füllstand, Verschluss, Dichtigkeit und den richtigen Sitz des Etiketts und am Ende den gesamten Kasten oder Karton.

„Wir arbeiten in einer sehr schönen Nische“, sagt Mitgeschäftsführer Dr. Markus Grumann, der vor eineinhalb Jahren zu Miho kam. Die Riesenanlagen für die Mega-Abfüller überlässt der Mittelständler mit seinen weltweit 100 Beschäftigten - davon 80 am Firmensitz - den ganz Großen der Branche. Kleine Anlagen sind nicht lukrativ für Miho. Die Spezialität der Ahnataler sind mittelgroße Anlagen für namhafte Getränkehersteller insbesondere im deutschsprachigen Teil Europas, in China und anderen asiatischen Ländern sowie in Südamerika - eben dort, wo Glas-Mehrwegsysteme weit verbreitet sind. Rund zehn Millionen Euro setzt Miho im Jahr um. „Die Geschäfte laufen sehr gut. Wir sind gewachsen und werden dies auch weiter tun“, sagt Grumann.

Helfen sollen dabei auch Lösungen für besonders knifflige Probleme, etwa Bügelflaschen, bei denen Draht und Klöppel eine zuverlässige Inspektion erschweren. Oder eine neuartige Kontrolltechnik für klassische Wasserflaschen, mit der das Gewinde mittels einer eigenen Entwicklung diagonal von innen nach außen inspiziert wird. „Wir sind der Spezialist für komplizierte Flaschen und glauben, dass wir da weltweit die Nase vorn haben“, sagt der promovierte Physiker.

Damit das so bleibt, sucht Miho qualifizierte Mitarbeiter und bildet natürlich auch selbst aus.

Hintergrund

Der geschäftsführende Gesellschafter von Miho, Michael Horst, hat das Unternehmen 1977 in Kassel gegründet. Der Firmenname setzt sich aus den Anfangbuchstaben seines Namens zusammen. 14 Jahre später zog der Elektro-Ingenieur mit seinem Betrieb in einen Neubau nach Heckershausen um, wo die Produktionsräume 1999 und 2006 erweitert wurden. Anfangs baute Miho nur Geräte zur Restlaugenkontrolle nach dem Waschen der Flaschen - Geräte, die auf dem Prinzip der unterschiedlichen Leitfähigkeiten von Gasen und Flüssigkeiten basieren. So erkennen die sensiblen Sensoren, ob sich Rückstände in der Flasche befinden und wenn ja, welche. Laugenreste aus dem Waschvorgang können die Getränke geschmacklich verderben, schlimmstenfalls sogar Verätzungen hervorrufen.

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