Made in Kassel: Aibotix baut intelligente Fluggeräte

Kassel. Sie sind mit fast fünf Kilo Gesamtgewicht extrem leicht, sehr leistungsfähig und verrichten mitunter gefährliche Jobs bei Großbränden und Flutkatstrophen, nach Explosionen und bei anderen heiklen Missionen: Die Multikopter der Aibotix GmbH in Kassel.

Das sind futuristisch aussehende kleine Hubschrauber, die eher an fliegende Untertassen als an echte Drehflügler erinnern.

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Und sie sind sehr erfolgreich. Vor zweieinhalb Jahren erst gestartet, entwickelt und baut das kleine Unternehmen mit derzeit 35 Mitarbeitern acht dieser hilfreichen Fluggeräte im Monat – Tendenz steigend. Mitgeschäftsführer Jörg Lamprecht, der Aibotix mit Uwe Chalas, Carsten Werner und Herbert Machill gegründet hat, will weitere 25 Entwickler, Programmierer, Monteure und Vertriebler einstellen. Denn das Geschäft mit den runden, intelligenten Flugscheiben brummt. Grund sind die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Multikopter, die von sechs Minirotoren angetrieben werden. Mit ihrer Hilfe filmen, suchen, messen und scannen große Unternehmen an Orten, an denen normalerweise sehr viel teurere Hubschrauber oder Industriekletterer zum Einsatz kommen, oder wo deren Einsatz gar nicht möglich ist.

Die Flugkünstler aus Nordhessen inspizieren mit hochauflösenden Kameras weltweit Strommasten und -leitungen, Staumauern, Solarparks Windkraftanlagen, Gas- und Ölpipelines, Bahntrassen, Fassaden und Hallendecken. Sie vermessen Bergwerke, fliegen für Werbezwecke und zählen im Rahmen eines Forschungsprojekts Pinguine am Südpol.

„Allein in Europa gibt es 15.000 Strommasten, die regelmäßig abgeflogen werden müssen“, sagt Lamprecht. Das Multikopter-Geschäft sei mit erwarteten 3,5 Mrd. Euro Umsatz bis 2017 ein Riesenmarkt.

Aibotix baut die fliegenden Hochleistungsleichtgewichte fast komplett selbst. Der Rahmen aus superleichten und hochfesten Kohlenstofffasern (Carbon) wird in der eigenen Werkstatt per Hand gefertigt, die kleinen, kräftigen und zuverlässigen Motoren liefert der Antriebsspezialist Plettenberg aus Baunatal. Das Elektronikhirn, das dafür sorgt, dass der Kopter in der Luft stehen kann, nicht abstürzt und sicher landet, die Sensoren, die Hindernisse erkennen und umfliegen, macht Aibotix selbst. Am Ende stehen ein Dauertest auf dem Prüfstand sowie echte Probeflüge. Gesteuert werden die Geräte mit herkömmlichen Konsolen, Smartphones und Tablets.

In der nächsten Folge geht es um das Nordhessen-Fenster der Firma Walter Fenster + Türen.

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