Landwehr + Schultz

Made in Kassel: Sie machen alles von der Steckdose bis zum Kraftwerk

Führen das traditionsreiche Familienunternehmen (von links): Christian Mäder, Dieter Mäder und Michael Hintner. Landwehr + Schultz feiert 2017 das 120-jähriges Bestehen. Foto: Schachtschneider

Wenn große Projekte rund um Elektro-und Elektronik-Projekte zu bewältigen sind, ist das Kasseler Unternehmen Landwehr + Schultz (L+S) mit dem gelb-blauen Firmenlogo nicht weit.

Sie verkabeln Industriebauten, Gewerbe-, Geschäfts- und große Wohnhäuser, rüsten Kliniken aus, bauen Schaltanlagen, installieren Transformatoren, Telefon-, Sicherheits- und EDV-Technik, Fotovoltaik- und Notstromanlagen, Antennen, Kamera- und Beleuchtungssystheme.

„Wir machen alles: von der Steckdose bis zum kompletten Kraftwerk“, umschreibt der Mitgeschäftsführer und -gesellschafter Dieter Mäder (64) das breite Spektrum der mittelständischen Kasseler Unternehmensgruppe. Sie ist mit ihren 225 Beschäftigten, einem Jahresumsatz von 20 bis 22 Millionen Euro und einem Fuhrpark mit 90 Fahrzeugen der größte Betrieb seiner Art in Nord- und Osthessen sowie der größte der Handwerkskammer Kassel.

Die Referenzliste der Kasseler Spezialisten liest sich wie das Who-is-who der heimschen Wirtschaft. Zu den Kunden gehören Volkswagen, Edeka Hessenring, Städtische Werke und das Klinikum Kassel, die Deutsche Bahn, Panzerbauer Krauss-Maffei Wegman, Wintershall, die HNA und, und, und. Wo immer komplexe elektrische und elektronische Problemlösungen gebraucht werden, sind die L+S-Profis gefragt. Aktuelles Prestige-Projekt ist die Kasseler Grimmwelt, und für die heimelige Weihnachtsbeleuchtung sorgt L+S ebenfalls.

Das klassiche Einzugsgebiet der Kasseler erstreckt sich von Northeim im Norden bis Frankfurt im Süden sowie Siegen im Westen bis Gera im Osten. Aber wenn ein Stammkunde L+S in entferntere Landesteile oder sogar ins Ausland ruft, „dann machen wird das natürlich auch“, erklärt Mitgeschäftsführer- und Gesellschafter der Gruppe, Michael Hintner (45). So hat L+S seinerzeit auch an der deutschen Botschaft im Irak mitgearbeitet. Dritter in der Führungsriege ist Betriebswirt Christian Mäder (25), der schrittweise die Nachfolge seines Vaters antreten soll.

Auf einen aufwendigen Vertrieb, Marketing und Werbung kann L+S weit gehend verzichten. 96 Prozent der Aufträge stammen laut Mäder von Stammkunden „Die Geschäfte laufen sehr gut, wir sind ausgelastet“, sagt er. Als Grund nennt er neben der breiten Aufstellung vor allem auch die „gute Arbeit, die wir leisten und die unsere Kundschaft schätzt“. Das gelinge nur mit einem super Team. „Wir alle sind nur so gut, wie unsere Mitarbeiter vor Ort“, so Mäder weiter. L+S zahle überdurchschnittlich gut.

Ausbilden muss Landwehr + Schultz selbst. Zurzeit sind es 25 Lehrlinge in den Berufen Elektro-Installateur, Elektroniker und Schwachstromtechniker – eine ungewöhnlich hohe Quote. Fluktuation gibt es kaum. „Wer zu uns kommt, bleibt“, sagen die Chefs übereinstimmend.

Hintergrund: L+S wurde 1897 gegründet

Die Unternehmensgruppe Landwehr + Schultz besteht aus sechs Einzelunternehmen. Sämtliche Geschäftsanteile befinden sich im Besitz der Familien Mäder, Hintner und Boguslawski. Waldemar Boguslwaski ist der Schwiegervater Hinterns und beratend für die Gruppe tätig.

Gegründet wurde er Betrieb 1897 von Theodor Grasmeyer und Wilhelm Landwehr. Ein Jahr später schied Grasmeyer aus. Für ihn kam Carl Schultz. Noch heute trägt die Unternehmensgruppe die Namen der langjährigen Gesellschafter. 1984 geriet das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage. Dieter Mäder, Boguslawski, Volker Ludwig und Otto Schäfer übernahmen es. Die beiden letztgenannten schieden später aus. L+S betreibt dem Standort Kassel eine Niederlassung in Heiligenstadt.

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