Sie helfen zurück ins Leben

Made in Kassel: Therapie- und Schulungszentrum am Goethestern

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Arbeiten gemeinsam: Die Gründer des Therapiezentrums am Goethestern (von links) Andreas Brune, Andreas Hempel, Antje Schupmann, Adrian Pajak und Mirko Hönig.

Kassel. Wer nach einer schweren Verletzung oder einem Schlaganfall aus dem Krankenhaus oder der Rehabilitation entlassen wird, hat oft seine liebe Not.

Um im Alltag wieder klarzukommen, sind weitere Behandlungen nötig. Für viele Patienten ist es aber schwierig, Termine bei Therapeuten und Logopäden zu koordinieren und die langen Wege zwischen den verschiedenen Praxen zurückzulegen. Um solche Patienten besser versorgen zu können, wurde 2007 Kassels erstes und bisher größtes Therapiezentrum am Goethestern im Stadtteil Vorderer Westen gegründet.

Im Zentrum an der Goethestraße 61 wird das fortgesetzt, was in Kliniken und Reha-Einrichtungen längst Standard ist: Die gemeinsame Behandlung der Patienten durch mehrere Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachrichrichtungen. Interdisziplinär arbeiten auch die fünf Gründer des Zentrums. „Wir wollten Patienten ein Angebot machen, das es bisher nicht gab“, erklärt Osteopath Andreas Hempel. Und den betroffenen aus der Misere helfen, dass es „nach der Reha nicht weitergeht“, sagt Physiotherapeut Adrian Pajak. Die Zusammenarbeit sorgt bei den Patienten für Zeit- sowie Kostenersparnis.

Alle Teile unserer Serie "Made in Kassel" finden Sie hier.

Die Idee der fünf Gründer, die alle vorher in Kliniken gearbeitet hatten und auf neurologische Rehabilitation spezialisiert sind, sich aber nicht als Einzelkämpfer selbstständig machen wollten, wurde zum Erfolgsmodell. Aus dem Quintett ist heute eine Praxisgemeinschaft mit insgesamt 40 Mitarbeitern geworden. Annähernd 4500 Patienten stehen in der Kartei. Seit zwei Jahren hat das Therapiezentrum zudem den Versorgungsauftrag für das nordhessische Diakonie-Zentrum für Schädel-Hirn-Verletzte an der Goethestraße 85.

Damit die Patienten gut in den Alltag zurückfinden, wird Weiterbildung im Therapiezentrum groß geschrieben. Das gilt für die eigenen Mitarbeiter, aber seit drei Jahren auch für viele weitere Therapeuten aus ganz Deutschland, die in Kassel Fortbildungskurse absolvieren. So wurde das Therapie- seither auch zum Schulungszentrum.

160 Kurstage jährlich werden von insgesamt annähernd 500 Teilnehmern im Jahr besucht. Das Schulungszentrum für medizinische Fachberufe versorgt damit Therapeuten, Ärzte und Pflegekräfte mit dem aktuellen Wissen.

Von Jörg Steinbach

Hintergrund: Enge Zusammenarbeit der Therapeuten zum Wohle der Patienten

Das Therapiezentrum am Goethestern ist eine Praxisgemeinschaft. Dazu gehören die Praxis für Physiotherapie der Inhaber Andreas Brune und Adrian Pajak, die Praxis für Ergotherapie von Mirko Hönig, die Praxis für Logopädie von Antje Schupmann und die Praxis für Osteopathie von Andreas Hempel.

Angeschlossen ist die im selben Haus befindliche Praxis für Ergotherapie von Andrea Friebertshäuser. Der fachliche Schwerpunkt des Zentrums liegt in der Behandlung von Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems und des Bewegungsapparates. Während sich Ergotherapeuten darum kümmern, dass Patienten nach Schädel-Hirn-Verletzungen oder Schlaganfällen wieder ihre Hände benutzen lernen, sorgen Logopäden dafür, dass es mit dem Schlucken und Sprechen wieder klappt, kümmern sich Physiotherapeuten um die Mobilität und Osteopathen zum Beispiel um Schmerzen oder Gelenkbeschwerden.

Die Fachleute arbeiten eng mit den behandelnden Ärzten und Angehörigen der Patienten zusammen, übernehmen die Vorbereitung und Terminkoordination der verschiedenen Behandlungen und bieten auf 520 Quadratmetern Fläche alle Leistungen unter einem Dach. (ach)

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