Ein Betrieb mit Tradition

Metallbauer Dallwig Grimm blickt auf eine 216-jährige Geschichte zurück

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Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Andreas Grimm

Kassel. Als der Schlossermeister Carl Wilhelm Dallwig 1798 sein Geschäft in Kassel eröffnete, ahnte er wohl kaum, dass er den Grundstein für einen der ältesten Handwerksbetriebe in der Region und Hessen gelegt hatte: die heutige C.W. Dallwig Nachfolger Grimm GmbH, die noch immer unter dem Namen des Gründers firmiert.

Aus der späteren „Königlichen Hofschlosserei“ ist längst ein moderner Metallbauer geworden, der sich auf Türen, Fenster, Fassaden, Wintergärten, Sonnenschutz und selbst hergestellten Brandschutztüren spezialisiert hat. Der Zusatz Grimm im Firmennamen kam erst 1987 hinzu, als Bernd Grimm und dessen Bruder Wolfgang den Traditionsbetrieb von der Familie Klute – den Nachfahren Dallwigs – übernahmen. Wolfgang Grimm ist nicht mehr dabei, dafür aber seit 2000 der gelernte Diplom-Bauingenieur Andreas Grimm, der das Geschäft seither mit Vater Bernd führt.

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Seit 1993 sitzt der Metallbauer in einem modernen, lichtdurchfluteten Firmengebäude im Industriepark, davor saß er im Grünen Weg. Tradition und Moderne ist für den Fachbetrieb kein Widerspruch. Ob Reparaturen auch alter Türen und Fenster, der Bau eine Geländers im klassischen Bauschlossersinn oder die Herstellung einer Metall-Glasfassade wie etwa die des Ufa-Palastes an der Trompete – Dallwig Grimm nimmt jeden Auftrag gerne an.

Dieses Foto entstand 1903 kurz vor dem Umzug von der Oberen Königstraße in die Karlstraße

„Uns ist jeder Kunde lieb“, betont Andreas Grimm. Der ganz überwiegende Teil seien private Auftraggeber, sagt der 42-Jährige. Vorzeigeprojekte sind unter anderem die Gebäudehüllen des Flugzeughändlers Piper am Flughafen in Calden, von Peek & Cloppenburg in Kassel, des HNA-Druckhauses, der sanierten Kasseler Bank mit einem aufwändigen, automatischen Beschattungssystem sowie der neue Sitzungssaal des Bundessozialgerichts – alles anspruchsvolle Projekte, die komplexer Berechnungen bedurften und einen sehr hohen Handarbeitsanteil hatten.

Dallwig Grimm ist zwar ein klassischer Handwerksbetrieb, der natürlich auch einen defekten Rolladen repariert, bei größeren Projekten bedient sich der 30-Mann-Betrieb aber einer modernen Arbeitsorgansation mit optimierten Produktionsprozessen, komplexen Bearbeitungszentren und moderner EDV-Technik – wie man sie aus der Industrie kennt. Die Auftragslage bezeichnet Grimm als gut. Auch sein Betrieb profitiere von der guten Konjunktur in Nordhessen.

Zwar arbeiten die Waldauer auch außerhalb. Aber in der Region sind sie zuhause. „Hier sind wir stark. Die Kunden kennen uns, und wir kennen sie“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter, dessen Betrieb jährlich vier bis fünf Millionen Euro umsetzt.

Von José Pinto

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