Sie helfen den Autobauern

Made in Kassel: Montage- und Einstellspezialist AuE stellt Technik für den Achsenbau her

Kassel. Die komplexen Anlagen der Kasseler AuE GmbH stecken voller Elektronik, Hydraulik und Sensorik. Und sie sind gefragt. Viele Autobauer, darunter die Premium-Hersteller Audi, BMW und Daimler, aber auch Volkswagen, Skoda, Ford, Opel und Landrover sowie zahlreiche Zulieferer verlassen sich auf die Technik aus Kassel und setzen sie weltweit ein.

Denn die Anlagenbauer im Industriepark bieten unter anderem Montagelinien für Pkw- und Lkw-Achsen, die Mess- und Einstell- sowie die dazugehörige Transporttechnik an.

Das heißt: Die Autobauer verlassen sich tagtäglich darauf, dass die sicherheitsrelevanten Achsen, Spurstangen und Bremsen richtig montiert, verschraubt, befestigt und vermessen werden und idealerweise ein Autoleben lang halten. „Wir sorgen dafür, dass die Bremssättel fest sind“, erklärt AuE-Geschäftsführer Karsten Freimuth die schwierige Materie mit einfachen Worten. Dass die Autos von heute so sicher sind, ist also auch ein Verdienst der AuE-Spezialisten.

Aber auch Landmaschinenbauer und Motorradhersteller arbeiten gern mit den Montage- und Einstellprofis aus Kassel zusammen. Für BMW etwa hat AuE eine Montagelinie für Motorrad-Kardangetriebe entwickelt und gebaut – ein echter Exot.

Lesen Sie hier über andere Firmen aus unserer Serie "Made in Kassel"

130 Beschäftigte, darunter 58 Ingenieure, Techniker und technische Zeichner, sind für AuE tätig. „Wir sind stark Ingenieurs-getrieben“, erklärt Freimuth das anspruchsvolle AuE-Geschäft. Der Rest sind Facharbeiter, Projektmanager und Vertriebler sowie Auszubildende und sogenannte Stips, die gleichzeitig eine Berufsausbildung und ein Studium absolvieren. Und alle müssen zumindest etwas Englisch können, schließlich müssen sie die Maschinen weltweit aufbauen und warten.

In den vergangenen Jahren ist das Geschäft infolge der boomenden Autoindustrie regelrecht heißgelaufen. Nach Angaben Freimuths hat sich die Nachfrage auf hohem Niveau normalisiert. „Aber wir hören nicht auf, uns nach vorn zu entwickeln“, sagt der Geschäftsführer. So habe man unlängst ein Nachbargrundstück für eine mögliche Expansion erworben und investiere unverändert viel in Entwicklung, Technik und Personal. Bange ist dem 45-Jährigen, der lange Jahre für den großen Autozulieferer ZF Friedrichshafen tätig war, nicht. Schließlich müssten Montage- und Einstellanlagen spätestens alle 15 Jahre erneuert werden, und bei der Achsvoreinstellung sei AuE Weltmarkt- und Technologieführer.

Vor knapp fünf Jahren kam Freimuth nach Kassel. Seither schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen. Rund 40 Mio. Euro setzte der Anlagenbauer in Boomjahren um, in normalen etwa 30 Mio. Euro.

AuE entwickelt, projektiert und montiert die Anlagen. Eine Produktion im klassischen Sinn gibt es nicht. Die übernehmen die Muttergesellschaft Strama-MPS (siehe Hintergrund) in Straubing bei München sowie die Schwesterunternehmen in Kroatien und China. Derzeit laufen große Projekte in den USA, Malaysia und in der Volksrepublik.

Von José Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.