Brüder-Grimm-Festival mit „König Drosselbart“-Musical und großem Kinderprogramm

Märchen auf der Inselbühne

Aktiv für das Brüder-Grimm-Festival: Friderieke Ränger als eine von drei kostümierten Märchenfiguren (von links), Michael Kaiser, Michael Fajgel, Natalie Seifer, Dieter Mehlich, Peter Zypries und Simon Prawitt. Foto:  Koch

Kassel. Als armer Musikant verkleidet erringt der Prinz das Herz der stolzen Prinzessin. Das Märchen „König Drosselbart“ steht als Musicalaufführung im Zentrum des Brüder-Grimm-Festivals, das der gleichnamige Verein in Kassel zum dritten Mal organisiert.

Gestern wurde das Programm vorgestellt. 120 Veranstaltungen sind ab 2. Juni geplant - viele davon in Schulen und Kindergärten. Märchen noch tiefer in der Bevölkerung zu verankern, auch schon die Jüngsten an das Schaffen der Grimms heranzuführen, ist das Ziel.

Die Erfolgsserie der Freiluft-Musicals wird dabei fortgesetzt. Mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks wird wieder eine schwimmende Bühne in der Kasseler Karlsaue aufgebaut - gegenüber der Insel Siebenbergen, auf der die 412 Plätze umfassende Zuschauertribüne stehen wird.

Im vergangenen Jahr war das Märchenmusical komplett ausverkauft - Peter Zypries (Kunstlicht), Michael Kaiser (Komödie Kassel) und Michael Fajgel (Theater im Centrum) vom Vorstand des Festivals wollen so optimistisch zwar nicht kalkulieren, sind sich aber sicher, dass die Nordhessen das Sommerereignis ab 15. Juli längst fest in ihre Kalender aufgenommen haben.

„Das wird ein echter Grimm-Sommer.“

Peter Zypries

Zu den Hauptsponsoren des 400 000-Euro-Festivals zählt mit 20 000 Euro die Kasseler Sparkasse, deren Vorstandsvorsitzender Dieter Mehlich feststellte, dass das Fest Nordhessens Grimm-Profil schärfe.

Blickfang der schwimmenden Bühne wird ein offener Pavillon sein, ähnlich dem auf der benachbarten Schwaneninsel. Auf Stelzen und mit bunten Kostümen werden davor die acht Schauspieler auftauchen, wie eine Gauklertruppe in der Commedia-dell’-Arte-Tradition. Michael Fajgel erzählt den Stoff neu, Roland Oumard hat die Musik komponiert. „Diesmal gibt es nur selbst geschriebene Lieder“, sagt Fajgel. „Die Songs werden durchaus rockig und gehen direkt nach vorn“, ergänzt Oumard. Mittelalterklänge mit Lauten und Schellen machen das Klangpanorama komplett. In der Titelrolle ist Oliver Parchment zu erleben, der vor zwei Jahren bei „Cinderella“ den Prinzen spielte. „Uns ist es wichtig, dass die Besucher die Insel Siebenbergen neu entdecken können“, sagt Peter Zypries. Es gibt eine Festivalverpflegung auf der Insel, alles ist bereit zum Picknicken und Flanieren.

„Der Kartenverkauf läuft gut“, sagt Michael Kaiser. Schon 3000 Tickets sind weg. Karten kosten bis 24,50 Euro, die Preise seien stabil geblieben. Neben dem Musical gibt es bereits ab 2. Juni Lesungen und Kindertheater mit den Gruppen Laku Paka, Spielraum, Aktionstheater und als neuen Teilnehmer den Zirkus Rambazotti. Ins Programmheft wurden auch Grimm-Veranstaltungen aus Landkreis und Nachbarlandkreisen aufgenommen sowie vom Kultursommer Nordhessen. „Das ist bald kein Festival mehr, das wird ein echter Grimm-Sommer“, sagte Zypries.

Von Bettina Fraschke

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