„Ich fühle mich nicht unwohl“

Nach Drohungen: Besucher des Kasseler Weihnachtsmarkts haben keine Angst

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Weihnachtstrubel in der Kasseler Innenstadt: Am Samstag ließen sich die Weihnachtsmarktbesucher auf dem Friedrichsplatz das weihnachtliche Treiben durch die Anschlagsdrohung nicht verderben.

Von ängstlicher Stimmung ist nach der Anschlagsdrohung gegen den Kasseler Weihnachtsmarkt nichts zu spüren.

Kassel – Am Samstag wurde die Polizeipräsenz auf dem Märchenweihnachtsmarkt verstärkt, nachdem in den Sozialen Medien ein Anschlag gegen den Markt angedroht wurde. Noch in der Nacht zu Sonntag wurde ein 30-Jähriger aus Duisburg festgenommen. Doch durch die Drohung, lassen sich die Besucher den Weihnachtsmarkt-Besuch nicht verderben.

Familien mit kleinen Kindern, Rentner und Jugendliche ließen sich das weihnachtliche Markttreiben um den Königsplatz trotz Regen nicht verderben. Wir haben uns in der Innenstadt umgehört, was sie empfinden.

„Das war gar kein Thema bei uns, da habe ich auch gar nicht drüber nachgedacht“, sagt Ewald Buhne aus Fuldatal, der sich am Montag zusammen mit sieben Freunden auf den Weg zum Weihnachtsmarkt am Königsplatz gemacht hat. 

Anschlagsdrohung gegen Weihnachtsmarkt: Besucher fühlen sich sicher

Ähnlich wie Buhne ging es an diesem Tag vielen. „Ich bin ganz unbefangen hierher gekommen, dadurch schwingt da jetzt keine Angst mit“, sagt eine junge Kasselerin. „Es kann immer etwas passieren.“ Unsicher fühle sich auch ihre Freundin aus Vellmar nicht: „Die Stadt nimmt jede Drohung wahr und setzt sich damit auseinander.“

Weihnachtsmarkt-Besucher: "Passieren kann überall was"

„Wenn etwas passiert, dann passiert es“, sagen auch Barbara Hildebrand und Irmtraut Schumann. Sie fühlen sich auch nach der Anschlagsdrohung auf dem Weihnachtsmarkt nicht unsicher. „Wenn man mit der Angst hingeht, dann passiert etwas. Dann müsste man sich einsperren, und das wollen wir nicht“, sagt Hildebrand. Schumann fügt hinzu: „Wir gehen ganz normal hierher, ohne darüber nachzudenken.“ So geht es auch Christel Werner aus Felsberg: „Das kann überall passieren.“

Wenn man sich von der Angst einschüchtern ließe, dann könne man gar nicht mehr rausgehen, sagt eine Frau aus Bad Emstal. „Ich fühle mich nicht unwohl“, sagt die Frau, die am Montag zum Einkaufen in Kassel war. „Das kann überall passieren, ich habe kein ängstliches Gefühl dabei. Die Polizeipräsenz ist auch genug.“

Weihnachtsmarkt Kassel: Besucher zweifeln am Nutzen der Betonpoller

Kurz vor der Abfahrt nach Kassel hat am Montag Familie Grass im Radio von dem angedrohten Anschlag erfahren. „Das hat uns nicht davon abgehalten“, sagt Johannes Grass aus Willingshausen, der zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern den Weihnachtsmarkt auf dem Königsplatz besuchte. „Wenn jemand einen Anschlag plant, hindern ihn die Poller auch nicht daran.“

Den Nutzen der Betonpoller stellt auch Heinrich Werner infrage: „Die Brocken bringen gar nichts. Wenn, dann fährt die Person auf den Bahnschienen hier runter, aber nicht auf der Straße.“ Stattdessen würden die Poller bei einer vollen Innenstadt nur den Fußgänger-Verkehr stoppen. „Die perfekte Sicherheit gibt es nicht“, sagt der Fuldataler Rudolf Schaumburg.

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