Kassel Marketing hat es untersagt

Redeverbot für Elch Rudi auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt

Kassel. Er kann singen, Gedichte aufsagen und Interessantes über Kassel erzählen: Elchkopf Rudi, der neben der Pyramide auf dem Königsplatz angebracht ist. Kassel Marketing hat Schausteller Ingo Beinhorn allerdings untersagt, seinen Elch in Betrieb zu nehmen.

Ein Elch, der singen und sprechen kann, hat von Kassel Marketing Redeverbot auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt erteilt bekommen. Schausteller Ingo Beinhorn hat den Elchkopf für mehrere tausend Euro in diesem Jahr gekauft und an einer Holzhütte auf dem Königsplatz neben der Weihnachtspyramide aufgehängt.

Allerdings hat der Schausteller, der die Tiroler Hütte und die Pyramide betreibt, nicht im Vorfeld bei Kassel Marketing, Veranstalter des Weihnachtsmarktes, um Erlaubnis gefragt. „Ich dachte, die brechen in Begeisterung aus“, sagt Beinhorn. Schließlich mache der Elch nicht nur Werbung für seine Stände, sondern auch für Kassel. Zwischendurch singe er dann Lieder und sage Gedichte auf.

Ingo Beinhorn

Das will Kassel Marketing nicht dulden. „Auf dem Märchenweihnachtsmarkt herrscht eine einheitliche Beschallung auf allen Plätzen, daher ist es den Standbetreibern nicht gestattet, eine eigene Beschallung vorzunehmen“, sagt Lars Reichert von der Pressestelle.

Und was ist mit der Musik bei den Kinderkarussells? Dass dort Musik gespielt werden dürfe, sei eine Ausnahme und vertraglich geregelt, sagt Reichert.

Video: Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann

Schausteller Beinhorn kann die Vorgaben von Kassel Marketing nicht nachvollziehen. Er könne die Lautstärke des Elchs doch regulieren. „Ich stelle ihn maximal so laut, dass ich die anderen Schausteller nicht behindere.“ Von der allgemeinen Beschallung auf dem Königsplatz bekomme man doch ohnehin nichts mit, wenn der Markt voller Menschen sei. „Es ist immer schwierig, wenn man hier etwas Neues machen will“, sagt Beinhorn. Zudem sei ihm mitgeteilt worden, dass der Elch keinen Ton von sich geben dürfe, weil man einem anderen Schausteller im vergangenen Jahr ebenfalls verboten habe, sich solch einen Elch anzuschaffen, sagt Beinhorn.

Eine Übersicht über alle Weihnachtsmärkte unserer Region finden Sie hier.

Der Schausteller ist Konrad Ruppert, der die Stände neben SinnLeffers auf dem Friedrichsplatz betreibt und Vorsitzender des Schaustellerverbands Kassel ist. Ruppert bestätigt das. Er habe vor einem Jahr beantragt, einen Elchkopf auf seinen Anbau zu installieren. Ihm sei die Genehmigung mit der Begründung verwehrt worden, dass Schausteller Beinhorn bereits im Jahr 2012 die Anfrage gestellt habe und eine Absage bekommen habe. Dieses Jahr hat Beinhorn nicht mehr gefragt und den Elch einfach gekauft.

Einen Test der Stände mit Bratwurst und Co. gibt es hier.

Auch Ruppert kann die Haltung von Kassel Marketing nicht verstehen. „Der Elch ist eine Bereicherung, wenn er keinen anderen stört.“ Sowohl bei ihm als auch bei Schausteller Beinhorn gebe es ausreichend Raum für das singende Tier. Zudem könne ja Kassel Marketing den Elch ja so reglementieren, dass er nur jede Stunde singen beziehungsweise reden dürfe.

Video: Rundgang über Kasseler Weihnachtsmarkt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.