Eröffnung Herbst 2013

Stadtmuseum: Planer weisen Zweifel am Zeitplan zurück

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Bald rollen die Baufahrzeuge an: Im März sollen Sanierung und Ausbau des Stadtmuseums beginnen. Bei der Untersuchung des 1869 bis 1871 errichteten Gebäudes am Ständeplatz waren Schäden aufgetaucht, die den Baustart verzögerten.

Kassel. Feuchtigkeit, fehlende Fundamente und andere Probleme haben den Ausbau des Stadtmuseums verzögert und die Kosten in die Höhe getrieben. Statt Anfang 2013 soll das Haus am Ständeplatz nun im Herbst 2013 wiedereröffnet werden. Doch es gibt Zweifel, dass dieser Termin eingehalten werden kann.

Die Baukosten sind von 7,5 auf 8,4 Mio. Euro gestiegen. Um die Mehrkosten finanzieren zu können, wird das für die Einrichtung des Museums vorgesehene Geld in den Ausbau gesteckt und erst ein Jahr später zur Verfügung gestellt. Der CDU-Stadtverordnete Dr. Jörg Westerburg bezweifelt auch deshalb, dass „die schon mehrfach aufgeschobene Eröffnung des Stadtmuseums für das Publikum tatsächlich noch im Jahr des Stadtjubiläums 2013 gelingen könne“.

Dem widerspricht Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Die geänderte Finanzierung habe keinen Einfluss auf die Abwicklung des Projekts. „Im Herbst 2013 sind wir fertig“, versichert der Leiter des federführenden Kasseler Hochbauamtes, Hans-Joachim Neukäter.

Die Bauarbeiten sollen Anfang März beginnen. Wegen der beengten Verhältnisse ist die Organisation der Baustelle schwierig, was sich laut Neukäter auch auf die Kosten auswirkt. Weitere Überraschungen schließt er aus.

Weitere Informationen zum Stadtmuseum finden Sie im Regiowiki.

Ab Mitte 2013 soll das Stadtmuseum schrittweise eingerichtet werden. „Dann ist das Gebäude noch nicht fertig“, sagt Museumsleiterin Dr. Cornelia Dörr. Aber selbst wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werde das Museum noch nicht vollständig eingerichtet sein. Dass mit der Wiedereröffnung nicht alles gezeigt werden könne, sondern nach und nach neue thematische Schwerpunkte gesetzt würden, habe für Besucher auch seinen Reiz. Probleme bei der Finanzierung der Ausstattung sieht sie nicht. Das Geld werde Anfang 2013 bereitstehen. „Damit wir handlungsfähig sind.“

Bald rollen die Baufahrzeuge an: Im März sollen Sanierung und Ausbau des Stadtmuseums beginnen. Bei der Untersuchung des 1869 bis 1871 errichteten Gebäudes am Ständeplatz waren Schäden aufgetaucht, die den Baustart verzögerten.

Von Querelen bei der Umsetzung des Museumskonzepts wollen die Beteiligten nicht sprechen. Es sei normal, dass man bei der Feinabstimmung um die beste Lösung ringe. Ein Büro aus Leipzig wurde mit der Ausstattung beauftragt und soll zwischen Architekten und Museumsleitung vermitteln. „Ich habe die Sorge, dass die Museumsleiterin im Vorfeld beschnitten wird“, sagt Westerburg. Die Position der Berliner Architekten Hufnagel, Pütz, Rafaelian lasse wenig Spielraum zu. Beim Neubau des Museums für bildende Künste in Leipzig hatten sie einen Urheberrechtsstreit wegen nachträglicher Eingriffe in die baukünstlerische Idee angestrengt.

„Wir mussten Vermittlungsarbeit leisten“, sagt Dörr. Dies sei aber konstruktiv gewesen. Reibereien habe es nicht gegeben. Gabriela Wolff-Eichel, Vorsitzende der Freunde des Stadtmuseums, misst dem auch nicht allzu viel Bedeutung bei. „Es geht jetzt wirklich los. Das ist das Wichtigste“, sagt sie. Die Vereinsvorsitzende ist zuversichtlich, dass nun alles geprüft ist und keine weiteren Überraschungen mehr zu erwarten sind. „Wir kriegen ein schickes Museum“, sagt sie. „Die Stadt hat ganz schön viel Geld in die Hand genommen.“

Von Ellen Schwaab

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