Feuer im Magazinhof in Niederzwehren - Kripo: Brandstifter am Werk

Niederzwehren. Die Feuerwehr, die am Montagabend alarmiert worden war, da ein Gebäude auf dem Magazinhof in Niederzwehren in Flammen stand, hatte das Feuer schnell unter Kontrolle.

Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner ist ein Schaden von 50.000 Euro entstanden. Die Kripo geht davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden sei. Da der Strom in dem leer stehenden Gebäude abgestellt ist, sei ein technischer Defekt auszuschließen.

„Das ist bereits das zehnte Mal, dass es hier gebrannt hat“, sagt Margot Winkler, Anwohnerin des Glöcknerpfads. Für die Nachbarn des Magazinhofs sei das jedes Mal eine „psychische und physische Belastung“, wenn die Gebäude in Flammen stehen. „Und im Sommer treibt sich Gesindel auf dem Gelände rum.“

Feuer im Magazinhof in Niederzwehren: Dachstuhl brannte

Nachdem der frühere Kasseler Bundestagsabgeordnete Dr. Jürgen Gehb im vergangenen Sommer neuer Vorstandsvorsitzender der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) geworden ist, habe sie ihn wegen des schlechten Zustands des Magazinhofs angeschrieben. „Die machen es sich aber einfach. Bis heute habe ich keine Antwort bekommen“, sagt Winkler. Offiziell hat die BImA die 37.000 Quadratmeter große Fläche, die seit vielen Jahren brach liegt und verfällt, noch gar nicht komplett übernommen. „Wir sind immer noch in Verhandlungen mit der Bundeswehrverwaltung“, sagt BImA-Mitarbeiterin Brigitte Griesheimer.

Dass die Übernahme der ehemaligen Bundeswehr-Liegenschaft immer noch nicht geklappt hat, liegt wohl auch an dem schlechten Zustand. Formalrechtlich gehöre die Immobilie immer noch der Bundeswehrverwaltung, sagt Helga Franke vom Standort in Homberg. „Die Übergabe steht aber unmittelbar bevor.“ Einige Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht seien allerdings noch erforderlich. „Wir müssen das Gelände zum Beispiel noch einmal einzäunen.“ Die aktuellen Sicherungsmaßnahmen reichten nicht aus, wie man auch an den zahlreichen Bränden erkennen könne. Auch ein Wachdienst, der sporadisch anwesend sei, könne nicht verhindern, dass das Grundstück von Unbefugten betreten wird.

Was mit dem Gelände in Niederzwehren passiert, wenn es von der BImA übernommen worden ist, das steht allerdings auch noch in den Sternen. „Eine künftige Nutzung ist noch offen“, sagt Griesheimer. Ist ein Abriss der maroden Gebäude nicht die einzige Möglichkeit, um das Areal künftig sinnvoll nutzen zu können? Das ist auch eine Frage des Geldes. Es habe eine Schätzung gegeben, dass der komplette Abriss fünf Millionen Euro kosten würde, sagt Helga Franke.

Im vergangenen Jahr hatte es Verhandlungen der BImA mit der Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten (Gesa) gegeben. In einem Paket mit 78 Immobilien sollte auch der Magazinhof veräußert werden. Die Verhandlungen mit der Gesa, die sich auf so genannte Problem-Immobilien spezialisiert hat, seien verworfen worden, sagt Brigitte Griesheimer.

Hinweise auf die Brandstifter an die Polizei unter Tel. 0561/9100.

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