Interessenten für ehemaliges Getreidelager

Ateliers im Magazinhof?

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Brandruinen wurden abgerissen: Die restlichen Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Niederzwehren. Die beiden Brandruinen, das frühere Verwaltungs- und ein Garagengebäude auf dem Areal des Magazinhofs in Niederzwehren sind abgerissen worden.

Dafür hatte die Stadt Kassel eine Genehmigung erteilt. Die übrigen Gebäude des ehemaligen Getreidelagers der Wehrmacht sind indes unter Denkmalschutz gestellt worden. Was mit ihnen passiert, ist weiterhin unklar.

Im vergangenen Jahr hatten die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Eigentümerin des 37 000 Quadratmeter großen Geländes, und die Stadt noch angekündigt, gemeinsam ein städtebauliches Konzept bis Ende 2012 zu erarbeiten.

Von diesem Plan hat man sich mittlerweile distanziert. Man wolle möglichen Investoren nicht zu viele Vorgaben machen, sagt Rüdiger Vogt, Abteilungsleiter für gewerbliche Liegenschaften bei der Bima. Deshalb werde man noch in diesem Jahr den Magazinhof ausschreiben und abwarten, was die Bewerber für Ideen für das Gelände präsentieren.

Laut Vogt gibt es bereits mehrere Interessenten für die Liegenschaft. Aus Abschreibungsmöglichkeiten seien die denkmalgeschützten Gebäude steuerlich sehr interessant.

Gute Bausubstanz

Niederzwehrens Ortsvorsteher Harald Böttger hatte wiederholt gefordert, dass auf dem Areal Wohnbebauung entsteht. Dieser Wunsch wird wohl nicht erfüllt. „Wohnnutzung kommt nicht in Betracht“, sagt Vogt. Er könne sich vorstellen, dass in den Gebäuden (zwei Silos, Lagerhalle und Heeresbäckerei) Ateliers, Praxen und Büros entstehen. „Die Bausubstanz ist gut. Es handelt sich über massivste Betongebäude“, sagt Vogt.

Die Bima habe das Ziel, die Liegenschaft zum Höchstpreis zu verkaufen. Welcher Preis damit erzielt werden könne, da will sich die Bundesanstalt nicht festlegen, schließlich handele es sich um keine „gängige Immobilie“. Ein neuer Eigentümer muss sich auch Gedanken über das Sgraffito an einem der Silos machen. Kritiker bezeichnen diese Wandmalerei als Nazi-Kunst. Der Denkmalschutz will indes das Wandbild erhalten, weil es „ganz im Sinn der heroischen NS-Propaganda zur Bauzeit des Ersatzverpflegungsmagazins“ sei. (use)

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