Norovirus: Über 300 Fälle von Brechdurchfall in Stadt und Kreis

Magen-Darm-Infekte haben Hochsaison

Kassel. Die gefürchteten Noroviren, die heftiges Erbrechen und starke Durchfälle verursachen können, haben in Stadt und Landkreis Kassel derzeit wieder Hochsaison.

So verzeichnet das Gesundheitsamt Region Kassel deutlich mehr Fälle als sonst. Seit Beginn des Jahres wurden von der Gesundheitsbehörde 172 im Labor nachgewiesene Krankheitsfälle in der Stadt und 132 im Landkreis registriert.

In der vergangenen Woche seien vermehrt Norovirus-Infektionen in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Kindertagesstätten und in Familien aufgetreten, sagt Amtsleiterin Dr. Karin Müller. Wenn in Krankenhäusern gehäuft Fälle auftreten, würden mitunter betroffene Stationen geschlossen. Treffen kann es letztlich jeden und jede Einrichtung. Dann müssen die Infektionsfälle nicht nur gemeldet werden. „Für das Pflegepersonal ist das richtig viel Arbeit“, sagt die Amtsärztin. Patienten müssen isoliert werden. Pflegepersonal, Ärzte und Besucher müssen Schutzkleidung und Handschuhe tragen. Für eine betroffene Station bedeutet dies auch, dass das Personal nicht von einer Station zu anderen wechseln sollte.

Im vergangenen Jahr hatten sich in Stadt und Landkreis rund 600 Menschen mit dem Norovirus infiziert.

Ruhig ist es indes derzeit noch an der Grippe-Front. „Die Häufigkeit hat noch nicht wirklich zugenommen“, erläutert Karin Müller. Doch das könne noch kommen.

HNO-Ärzte behandeln indes zurzeit auffällig viele Patienten mit schweren Ohrenentzündungen, sagt Facharzt Lutz-Michael Schäfer. In vielen Fällen seien diese auf Virus-Infekte zurückzuführen.

Husten, Halsschmerzen, Durchfall und Erbrechen sowie häufig auch Fieber sind Symptome eines anderen Virus-Infektes, der derzeit viele Menschen in der Region - allerdings nur kurzzeitig - plagt, schildert die Kasseler Allgemeinmedizinerin Dr. Andrea Brehm. NÄCHSTE SEITE

Von Martina Heise-Thonicke

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