Mehr als 200 Mio Euro Kosten bei erfolgreicher Bewerbung

Kassel zieht sich zurück: Kulturhauptstadt zu teuer

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Touristen fotografieren die Wasserspiele im Bergpark in Kassel.

Kassel wird sich trotz bisher anders lautender Pläne nicht für den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2025 bewerben. Grund: die hohen Kosten einer Bewerbung.

Zumindest sprechen sich die sechs hauptamtlichen Magistratsmitglieder mit Oberbürgermeister Christian Geselle an der Spitze dafür aus, den bereits angelaufenen Prozess nicht weiter zu verfolgen. Somit ist nicht zu erwarten, dass die Stadtverordnetenversammlung noch einen anderen Beschluss herbeiführt. Heißt: Es wird keine Bewerbung Kassels geben.

Geselle begründete den Schritt insbesondere mit den hohen Kosten, die auf die Stadt bei einer erfolgreichen Bewerbung zugekommen wären. Insgesamt hätten die sich auf mehr als 200 Millionen Euro belaufen – unter Berücksichtigung der notwendig gewordenen Investitionen. Geld, das an anderer Stelle benötigt werde. Geselle nannte als Themen Wohnen, Digitalisierung der Verwaltung und die Bildung, in die investiert werden müsse.

Keine Zweifel ließen er, Kulturdezernentin Susanne Völker und Stadtbaurat Christof Nolda während einer Pressekonferenz daran, dass auch die Kultur in der Stadt weiter gefördert werden soll. Die Magistratsmitglieder nannten sechs Ziele für eine nachhaltige Kulturpolitik, die nun verfolgt werden sollen. Im Blickpunkt steht dabei vor allem die freie Szene.

Kassel soll sich weiter über die Kultur definieren – allen voran natürlich über die Weltkunstausstellung documenta. Die Meinung des Magistrats aber ist, dass dafür kein Titel wie jener der Kulturhauptstadt Europas nötig ist – zumal: „Eine Aufbruchstimmung, wie sie bei der Bewerbung für 2010 in der Stadt herrschte, haben wir diesmal nicht wahrgenommen“, sagte Geselle. Damals bewarb sich Kassel, am Ende aber durfte sich Essen Kulturhauptstadt nennen. Eine neuerliche Bewerbung hatte der ehemalige Oberbürgermeister Bertram Hilgen ins Spiel gebracht.

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