Kein Zivilverfahren gegen Kasseler Anwalt

Mahnverfahren: Hoppe zieht erneut Widerspruch zurück

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Bernd Hoppe.

Kassel. Der Kasseler Anwalt und Ex-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Bernd Hoppe (56) hat erneut den Widerspruch gegen einen Mahnbescheid gegen ihn zurückgenommen.

Das teilte Dr. Christian Springmann, Sprecher des Landgerichts, auf Anfrage mit.

So wird es kein Zivilverfahren gegen Hoppe vor dem Kasseler Landgericht geben. Die Rücknahme des Widerspruchs kann quasi erneut als eine Art Schuldeingeständnis Hoppes und als ein Punktsieg seiner Gläubiger gegen ihn bewertet werden.

Wie die HNA berichtete, soll Hoppe Geld von zwei Mandanten, das ihm in einer Erbstreitigkeit auf sein Konto überwiesen worden war, über Jahre einbehalten haben. Dabei soll es sich um insgesamt 140.000 Euro handeln.

Um an das Geld zu kommen, hatten die Ex-Mandantinnen gegen Hoppe ein Mahnverfahren einleiten lassen. Das Ziel: ein Vollstreckungsbescheid, mit dem man an Immobilien kommt oder Konten pfänden lassen kann. Gegen den Mahnbescheid hatte Hoppe zunächst Widerspruch eingelegt.

Ein erster Termin im Mai vor der Zivilkammer war aufgehoben worden, weil Hoppe den Widerspruch zurückgezogen hatte. So ist es jetzt auch beim zweiten Fall geschehen.

Das hat zur Folge, dass die beiden Gläubigerinnen nun den Erlass eines Vollstreckungsbescheids beantragen können. Die beiden Frauen haben jetzt gute Karten in der Hand und können loslegen, um an ihr Geld zu kommen.

Ungeachtet der zivilrechtlichen Auseinandersetzung ermittelt die Kasseler Staatsanwaltschaft weiterhin auch strafrechtlich gegen Hoppe, weil er das Geld aus der Erbstreitigkeit einbehalten haben soll. Der Vorwurf der Ermittler: Verdacht der Untreue.

Im Zuge der Ermittlungen waren Hoppes Kasseler Wohnung und seine Kanzlei durchsucht worden. Darüber hinaus gibt es noch ein anwaltsgerichtliches Ermittlungsverfahren bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen Hoppe.

Richtigstellung 

In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir berichtet, dass auch Hoppes Kanzleiräume in Paderborn und Hannover durchsucht worden seien. Dies stellte sich als unzutreffend heraus. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Die Redaktion

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