Kai Otto war mit "Leonardo" vier Wochen in Südspanien

Kasseler war mit Förderprogramm in Malaga

Vor der Markthalle in Malaga: Mit dem Leonardo-Förderprogramm können Auszubildende Berufserfahrungen innerhalb Europas sammeln und dabei ihre Sprachkenntnisse verbessern. Foto:  dpa

Kassel. Die spanische Paella hat Kai Otto nicht wirklich überzeugt: „Ich mag einfach keinen Fisch“, sagt er. Aber auch ohne den Geschmack von Meeresfrüchten werden ihm die Wochen in Malaga noch lange in guter Erinnerung bleiben. „Der Aufenthalt hat mein Selbstvertrauen gesteigert“, erzählt er.

„Ich habe vorher noch an keinem Austausch teilgenommen. In Malaga ist mir klar geworden, was es bedeutet, sich eigenständig in einer fremden Umgebung zurechtzufinden.“

Der 21-Jährige aus Wabern-Unshausen (Schwalm-Eder-Kreis) macht bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Kassel eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Im vergangenen September konnte er mit zwölf anderen Auszubildenden Berufserfahrungen im Süden Spaniens sammeln. Der Aufenthalt wurde von der Europäischen Union (EU) durch das Programm „Leonardo da Vinci“ finanziell gefördert.

Als er von der Möglichkeit erfuhr, mehrere Wochen Praxiserfahrungen in Spanien zu sammeln, war Otto sofort begeistert. „Meine Freundin war ein halbes Jahr in Spanien und spricht die Sprache perfekt. Ich wollte auch endlich wenigstens ein paar Sätze sagen können“, sagt er.

Vor dem Aufenthalt bekommen die Teilnehmer einen zwölfstündigen Crashkurs in Kassel. „Damit sie ein paar Worte beherrschen und sich grob verständigen können“, erklärt Projektleiter Walter Ruß, der bei der IHK für den Bereich Aus- und Weiterbildung zuständig ist. Er organisiert jährlich den Aufenthalt. Das Angebot der IHK richtet sich an Auszubildende aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe. „Malaga ist eine Tourismusregion, da bieten sich viele Möglichkeiten, die spanischen Arbeitsweisen in der Hotellerie kennenzulernen“, sagt Ruß. Jedes Jahr fährt ein Auszubildender der IHK mit, wie zuletzt Kai Otto. Seine Aufgabe ist es, den Aufenthalt zu organisieren und bei Fragen und Problemen ein Ansprechpartner für die Teilnehmer zu sein. Außerdem hat Otto während der vier Wochen in der Verwaltung der Sprachschule mitgearbeitet, in der die deutschen Gäste jeden Tag vier Stunden die Landessprache lernen. Der Leiter der Schule, Matthias Roskoschek, ist gebürtiger Deutscher. „Das kann gerade bei der Vermittlung der Praktikumsstellen eine große Hilfe sein“, weiß Ruß.

Das Fazit der Teilnehmer sei in den vergangenen Jahren durchweg positiv gewesen, auch wenn der Unterricht in der Sprachschule nicht immer einfach gewesen sei. „Man ist ja nicht nur zum Urlaub machen hier.“

Oft braucht es nach der Ankunft eine gewisse Zeit, bis die Jugendlichen merken, wie viel ihnen der Austausch gebracht hat“, sagt Ruß aus Erfahrung. „Viele sind dann doch erstmal froh, wieder zurück in der Heimat zu sein.“

Von Kathrin Meyer

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