Stadt sucht einen Projektleiter für die Grimm-Welt

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Neuanfang: Bei der Präsentation der Grimms in dem neuen Museum auf dem Weinberg will die Stadt auch personell neue Wege gehen. Unser Archivbild zeigt die Büsten von Wilhelm (links) und Jacob Grimm.

Kassel. Mit dem neuen Grimm-Museum auf dem Weinberg dreht sich auch das Personalkarussell: Museumschef Dr. Bernhard Lauer muss 2014 seinen Stuhl räumen. Er wird mit anderen Aufgaben betraut.

Ein Projektleiter soll Planung und Aufbau der Grimm-Welt begleiten. Der neue Posten ist bereits im aktuellen Stellenplan der Stadt vorgesehen. Zurzeit wird das konkrete Anforderungsprofil festgelegt. „Da sind wir dran“, sagt Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg.

Die Stelle wird öffentlich ausgeschrieben. Über die Besetzung entscheidet der Magistrat. Die Projektleiter-Stelle ist befristet. Das ermöglicht der Stadt, sich von dem Stelleninhaber ohne Probleme zu trennen. Im Rathaus schließt man bei entsprechender Eignung aber auch einen Wechsel auf den Chefsessel des Grimm-Museums nicht aus.

Die Entscheidung von Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen (SPD), den Chefposten neu zu besetzen, stößt bei den Fraktionen auf Zuspruch. Lauer selbst äußert sich nicht dazu. „Die Grimm-Welt soll sehr stark über Kassel hinaus wirken“, sagt Wolfgang Rudolph, der für die SPD im Kulturausschuss sitzt. Die Position sei wichtig für die gesamte Grimm-Gemeinde, nicht nur in Kassel. „Man braucht jemanden, der Marketingaufgaben übernehmen kann.“ Helga Weber (Grüne) äußert sich ähnlich. „Der Wechsel ist richtig“, sagt sie. Bei allen Verdiensten, die Lauer wohl auch erworben habe: „Die breitenwirksame Präsentation ist ihm keine Herzensangelegenheit. Das braucht man aber an dieser Stelle.“ Das Thema Grimm müsse einen Stellenwert erlangen, der nicht nur die wissenschaftliche Leistung honoriere, sondern breite Bevölkerungsschichten erreiche. Die CDU sorgt sich um die wissenschaftliche Bearbeitung des Themas Grimm. Diese müsse in kompetenten Händen bleiben, sagt Fraktionschef Dr. Norbert Wett.

„Wir sind froh, dass dieser Befreiungsschlag gekommen ist“, sagt FDP-Fraktionschef Frank Oberbrunner. Lauers Doppelfunktion als Museumsleiter und Geschäftsführer der Grimm-Gesellschaft habe dazu geführt, dass teilweise nicht mehr zu unterscheiden gewesen sei, für wen er tätig war. Leider habe es in der Vergangenheit nie eine Gelegenheit gegeben, sich von ihm zu trennen. Diese sei mit der neuen Grimm-Welt gekommen. An der Spitze müsse ein Kaufmann stehen, „der weiß, wo’s langgeht“. Die Marke Grimm müsse weit nach vorn gebracht werden. Der architektonisch interessante Neubau biete die besten Voraussetzungen. „Davon kann ein Neuanfang ausgehen.“

Von Ellen Schwaab

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