Prof. Dr. Ulrich Vetter verstärkt bis 2014 Geschäftsführung der Diakonie-Kliniken

Im Ausbau: Die Diakonie-Kliniken im Vorderen Westen stellen sich neu auf. Mit dem Ausbau am Standort Herkulesstraße gehen auch große Umstrukturierungen einher. Archivfoto: Herzog

Kassel. Mit ihm sind große Erwartungen verbunden: Die Diakonie-Kliniken Kassel stellen sich neu auf, und Prof. Dr. Ulrich Vetter soll dafür sorgen, dass dies ohne große Reibungsverluste geschieht.

Dabei geht es um die Integration der Frauenklinik Dr. Koch, die Umstrukturierungen von Geburtshilfe und Gynäkologie, Chirurgie und Kardiologie. Die nötige Erfahrung bringt der Krankenhausmanager mit, der nun für drei Jahre die Geschäftsführung des evangelischen Krankenhauses im Vorderen Westen verstärkt.

In Hamburg hat Vetter zum Beispiel zwei Krankenhäuser zu einem Großklinikum zusammengeführt, in Mecklenburg-Vorpommern ein evangelisches und ein kommunales Krankenhaus unter dem Dach einer Holding vereint. Seit 2007 ist der Mediziner und Betriebswirtschaftler in Nordhessen aktiv. Hier hat er die Zusammenführung der kommunalen Krankenhäuser in Witzenhausen und Eschwege zur Gesundheitsholding Werra-Meißner verantwortet.

Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) mit dem Klinikum Kassel an der Spitze hätte beide Krankenhäuser gern unter ihre Fittiche genommen, doch ist sie bislang an den Vorgaben der Kartellwächter gescheitert. Trotz seiner neuen Aufgabe in Kassel bleibt Vetter Geschäftsführer beider Kliniken. Einen Interessenkonflikt sieht der Schwabe nicht, zumal die Diakonie-Kliniken ihre Verbindung zu Lichtenau e. V. gelöst hätten. Der Verein betreibt die Orthopädische Klinik in Hess. Lichtenau sowie weitere Einrichtungen im Werra-Meißner-Kreis.

Dass ihn in Kassel keine leichte Aufgabe erwartet, hat der 61--Jährige bereits erfahren. Die Verlagerung der Fachabteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe in die Koch-Klinik nach Bettenhausen hat für Schlagzeilen und viel Aufregung gesorgt. Eine Umkehr wird es aber nicht geben. In der Frauenheilkunde gebe es einen bundesweiten Trend zur Konzentration, sagt Vetter. Dem könne man sich nicht entziehen. Pfarrer Karl Leonhäuser, theologischer Geschäftsführer des Hauses, verweist auf eine ähnliche Entwicklung in der Kinderheilkunde. In Kassel seien zwei diakonische Kinderkrankenhäuser vom Markt verschwunden. „Jetzt wollen wir die Weichen stellen, dass so etwas nicht wieder passiert.“

Eine Herausforderung dürften auch die Gespräche mit den Ärzten und Belegärzten sein, die man alle halten will. Vetter spricht von der „Zusammenführung von zwei Kulturen“. Erschwert werde die Aufgabe dadurch, dass gerade in der Gynäkologie und Geburtshilfe viele Belegärzte wegen der geänderten Vergütung auf dem Rückzug seien.

In zwei Jahren soll die Umstrukturierung abgeschlossen sein und das Krankenhaus schwarze Zahlen schreiben. Länger könne man den Mitarbeitern der Diakonie-Kliniken Mehrarbeit und Lohneinbußen, die sie seit Längerem hinnehmen, nicht mehr zumuten, sagt kaufmännischer Geschäftsführer Jens Wehmeyer.

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Von Ellen Schwaab

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