Zwei Schwimmer in Gefahr

Algen im Bugasee: Manche baden trotz Verbots

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Eigentlich ist das Baden im Bugasee derzeit verboten: Der Schwimmer auf dem Foto sucht sich eine Stelle ohne Algen, um sich zu erfrischen.

Kassel. Trotz des Badeverbots im Bugasee gehen Menschen dort nach wie vor ins Wasser. Einige bleiben dabei im Uferbereich, wo das Wasser niedrig ist, andere schwimmen weiter hinaus. Seit Mittwoch stehen am Bugastrand Schilder des städtischen Umwelt- und Gartensamtes, die auf ein Badeverbot hinweisen.

Grund für das Verbot ist der starke Befall mit Unterwasserpflanzen, durch die bereits zwei Schwimmer in lebensgefährliche Situationen geraten sind.

„Ich schwimme trotzdem im See“, sagt ein Mann (35) aus Söhrewald. Manche Schwimmer reagieren beim Kontakt mit Wasserpflanzen mit starken Abwehrreaktionen, geraten in Panik und verlieren leicht die Kräfte. „Ich gehe eigentlich nur in Naturbadeseen schwimmen und bin es gewohnt, mit Algen in Berührung zu kommen. Ich würde daher auch nicht in Panik geraten“, sagt der 35-Jährige. Und was ist mit seiner Rolle als Vorbild für mögliche junge Schwimmer? „Dann dürfte man auch nicht bei Rot über die Straße gehen.“

Wie berichtet, hatten Vertreter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) mit dem Umwelt- und Gartenamt entschieden, den See aus Sicherheitsgründen zu sperren. Die Wasserpflanzen reichen bereits bis an den Badestrand heran. Das Gefährliche dabei sei, dass die Algen mit zunehmender Wassertiefe immer weniger zu sehen seien. Sie haben sich aber bereits bis in die Nähe der Badeplattform ausgebreitet.

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Eine Schwimmerin aus Kassel hat auch keine Angst vor den Schlingpflanzen. „Warum sollte ich woanders hingehen? Es ist doch schön hier“, sagt sie. Doch nicht alle Bugagäste trauen sich ins Wasser. „Ich würde nur im vorderen Bereich ins Wasser gehen, um mich zu erfrischen“, sagt ein junger Mann. „Und nicht allein hinausschwimmen“, ergänzt seine Freundin.

Direkt am Badestrand befindet sich zwar eine DLRG-Station. Die ist jedoch laut Christian Bonn, Vorsitzender des DLRG-Stadtverbandes, nur während der Badezeit besetzt. Da das Baden verboten wurde, ist sie jetzt verwaist. „Selbst erfahrene DLRG-Schwimmer können in dieser Situation in Schwierigkeiten geraten“, sagt Christian Bonn. Er findet es leichtsinnig, dass einige Menschen das Verbot ignorieren und trotzdem schwimmen gehen. „Letztendlich liegt die Entscheidung jedoch bei jedem selbst.“

Von Miriam Linke

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