Kasseler Waldorf-Pionier starb 76-jährig

Manfred von Mackensen ist tot

Manfred von Mackensen (um 1990)

Kassel. In der vergangenen Woche, am Freitag, 23. November, ist nach langer Krankheit der Waldorflehrer, Forscher und Mitbegründer des Kasseler Lehrerseminars für Waldorfpädagogik, Manfred von Mackensen, im Alter von 76 Jahren gestorben.

Er war seit Sommer schwer erkrankt und wurde zuletzt im Albert-Kolbe-Heim in Kassel gepflegt. Der in Potsdam geborene von Mackensen, ein promovierter Chemiker, war in Berlin am Otto-Hahn-Institut tätig, als er sich 1970 entschied, nach Kassel zu gehen, um Waldorfpädagoge zu werden. Fast zur gleichen Zeit kam auch sein Bruder, Ludolf von Mackensen, der Gründer und Leiter des Kasseler Museums für Astronomie und Technikgeschichte, in die Fuldastadt.

Manfred von Mackensens Credo war es, weniger als Vermittler von Fachwissen zu wirken denn als Garant für soziales Lernen. Sein Bestreben war die Förderung der Persönlichkeit eines Kindes „mit allen geistigen, seelischen und schöpferischen Möglichkeiten“. Der Pädagoge war Mitbegründer des 1983 eröffneten Lehrerseminars für Waldorfpädagogik an der Brabanter Straße. Seinem Engagement ist es mit zu verdanken, dass die Institution zu einem Institut für Fachdidaktik an der Alanus-Hochschule ausgebaut wurde.

Neben seiner Tätigkeit als Oberstufenlehrer in den naturkundlichen Fächern war von Mackensen in Forschungsprojekten aktiv. Er habe nach Wegen gesucht, wie im Unterricht die Naturwissenschaften breiten Schülerkreisen aufgeschlossen werden können, sagt Wilfried Sommer, ein Kollege im Vorstand des Trägervereins „Bildungswerk Beruf und Umwelt“: „Unterricht war für ihn nicht nur selbstverständlich, sondern auch das Gebiet, auf dem er als echter Pionier voranschritt.“

„Naturphänomene erlebend verstehen“ lautet der Titel eines der Bücher, die von Mackensen geschrieben hat. Es war auch das Motto seiner didaktischen Arbeit. Manfred von Mackensen war verheiratet, Familienvater von vier Kindern und Großvater von zahlreichen Enkelkindern. (chr) Foto: privat/nh

Die Trauerfeier findet am Freitag, 30. November, ab 11 Uhr in der Friedhofskapelle auf dem Hauptfriedhof statt.

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