Fehlendes Personal

Bus- und Bahnlinien betroffen: KVG-Kunden müssen in Kassel mit Ausfällen rechnen

9-Euro-Ticket für Bus und Bahn auch bald in Kassel: Jetzt steht der Verkaufsstart fest. (Symbolbild)
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Wegen fehlendem Fahrpersonal: KVG-Kunden müssen in Kassel mit Fahrtausfällen rechnen. (Archivfoto)

Weil überdurchschnittlich viele Fahrerinnen und Fahrer bei der KVG ausfallen, kommt es zu vielen Fahrtausfällen in Kassel.

Kassel - Fahrgäste der KVG in Kassel müssen in den kommenden Wochen mit Einschränkungen rechnen. Der Grund ist fehlendes Fahrpersonal.

Insbesondere auf den Straßenbahnlinien 6, 7 und 8, den Buslinien 11 und 23 sowie der documenta-Linie d15 kommt es zu Fahrtausfällen. Voraussichtlich ab Anfang Juli soll sich laut KVG die Situation dann wieder bessern. Dann können nämlich weitere Subunternehmer Leistungen übernehmen und Triebfahrzeugführer der Regiotram-Gesellschaft (RTG) im Kasseler Straßenbahnfahrdienst eingesetzt werden können. Fest steht bereits, dass ab Montag, 4. Juli, bis voraussichtlich 30. September auf der Buslinie 11 der Takt von 10 auf 15 Minuten angepasst wird.

Kassel: Überdurchschnittlich viele Fahrerinnen und Fahrer fallen bei der KVG aus

Die KVG bittet ihre Fahrgäste, sich bei ihrer Reiseplanung zu informieren. Möglich ist dies in der NVV-App, auf der Website der KVG unter: kvg.de, sowie am NVV Servicetelefon unter: 08 00/9 39 08 00 wochentags von 5 bis 22 Uhr sowie freitags und samstags bis 0 Uhr.

Die Ursachen für die aktuell angespannte Lage im Fahrdienst sind vielfältig, heißt es von der KVG. Dazu gehören vor allem häufigere Wechsel von Mitarbeitern zu anderen Unternehmen und kurzfristige Absagen von Bewerbern für Fahrdienstlehrgänge. Vor allem aber fallen bei der KVG seit dem vorigen Winter durchgängig überdurchschnittlich viele Fahrerinnen und Fahrer aus, weil sie entweder selbst erkrankt oder in Corona-Quarantäne sind oder erkrankte Familienangehörige betreuen müssen.

In den vergangenen Monaten konnten Ausfälle auf den acht Straßenbahn- und 16 Buslinien de KVG weitestgehend vermieden werden, indem zum Beispiel Überstunden geleistetet wurden, Kollegen mit Fahrberechtigung aus anderen KVG-Abteilungen einsprangen und die KVG Busverkehre an andere ÖPNV-Unternehmen vergab.

Kassel: Personalsituation bei der KVG verschärft sich weiter

Jüngst aber hat sich die Personalsituation weiter verschärft. „Anders als in früheren Jahren ist die erhöhte Krankenquote mit Beginn der wärmeren Jahreszeit nicht gesunken“, erklärt Oliver Eikenberg, Leiter des Bereiches Betrieb und Verkehr der KVG. „Gleichzeitig ist im Zusammenhang mit dem Neun-Euro-Ticket, der documenta fifteen und wieder häufig stattfindenden Veranstaltungen die Nachfrage nach Bus und Bahn deutlich gestiegen.“

Angesichts des sich abzeichnenden klaffenden Lücke hatte die KVG schon vor Wochen bundesweit fast 50 ÖPNV-Unternehmen um Unterstützung angefragt. „Bis auf zwei haben alle abgelehnt mit dem Argument, dass sie sich in ähnlicher Lage wie wir befinden,“ erläutert Eikenberg.

Kassel: KVG startet zusätzliche Ausbildungslehrgänge

Ebenfalls vor Monaten hat die KVG zusätzliche Ausbildungslehrgänge für den Bus- und den Straßenbahnfahrdienst konzipiert und eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die neue Strategien zur Personalakquise entwickeln soll.

Die ersten Lehrgänge haben begonnen, weitere starten in den kommenden Monaten. Nähere Informationen über die Voraussetzungen bietet die KVG unter: kvg.de/unternehmen/jobs/. Hier können sich Interessenten auch online bewerben.

Bei der KVG arbeiten derzeit gut 800 Personen, davon 160 im Fahrdienst Bus, 200 im Straßenbahnbereich sowie 25 als Duofahrer, die für beide Systeme ausgebildet sind. (Kathrin Meyer)

Um die Förderfähigkeit und Finanzierbarkeit zu erreichen, wird in Kassel an einen Ausbau zweier Straßenbahnlinien gedacht.

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