Arbeitslehre-Räume fehlen an der Heinrich-Schütz-Schule bis heute

Mangel trotz Sanierung

Mehr Platz: Unter anderem bekam die Heinrich-Schütz-Schule vor einem Jahr einen attraktiven Neubau für verschiedene Fachräume. Für Arbeitslehre-Räume ist kein Platz vorhanden. Archivfoto: Herzog

Kassel. Die Heinrich-Schütz-Schule (HSS) präsentiert sich seit 2011 eindrucksvoll renoviert. Zudem hat sie einen attraktiven Neubautrakt bekommen. Der bietet Platz für 13 Klassen- und Fachräume, hauptsächlich für Musik und Naturwissenschaften. Jetzt gibt es Kritik, dass die Sanierung nicht im nötigen Umfang erfolgt sei.

„Was aussteht, ist die Sanierung von drei dringend benötigten Arbeitslehre-Räumen“, sagt Schulleiter Jörg Sperling. Es scheine, als seien die vergessen worden. Jetzt sei kein Geld mehr dafür da.

Die Räume herzurichten, war von der Stadt zuletzt für das Jahr 2012/2013 angekündigt worden. Nun sind die Arbeiten auf 2016 verschoben. „Das ist dramatisch“, sagt Sperling. Zwar gibt es die Möglichkeit, an die Astrid-Lindgren-Schule an der Hupfeldstraße auszuweichen. Die vier Unterrichtsstunden, die damit abgedeckt werden, seien aber nicht ausreichend. Benötigt werden Räume für 40 Unterrichtsstunden pro Woche. Zudem gehe für den Weg zur einen Kilometer entfernten Lindgren-Schule viel Zeit verloren.

Metallbearbeitung

Es handelt sich bei den zu sanierenden Räumen um Fachräume für die Holz- und Metallbearbeitung. „Unsere Schüler im Haupt- und Realschulbereich benötigen den Unterricht zur Berufsvorbereitung“, sagt Sperling.

Aus dem Sonderinvestitionspaket, das vor vier Jahren von Bund und Land aufgelegt worden war, hatte die Stadt zehn Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau der HSS gesteckt. Der Südflügel ist saniert, ebenso die Aula. Nur die drei darunterliegenden Räume nicht.

„Wir hätten die Sanierung gern abgeschlossen“, sagte Schuldezernentin Anne Janz während der jüngsten Sitzung des Schulausschusses. Sie war von Donald Strube, dem schulpolitischen Sprecher der FDP, mit dem Vorwurf einer „Fehlleistung“ konfrontiert worden. Strube kritisierte, dass in der Fortschreibung des Gebäudebauprogramms 2012 für die HSS zwei Millionen Euro aufgeführt sind, das Geld aber bis heute nicht investiert worden sei. Er forderte Janz auf, die geplanten und tatsächlich angefallenen Kosten offenzulegen.

Janz entschuldigt sich damit, dass ihr die Hände gebunden seien: „Wir haben im laufenden Haushalt eine Priorisierung bei Schulsanierungen. Auflagen wie Brandschutzarbeiten haben da Vorrang.“

Die Sanierung der Arbeitslehre-Räume sei seit 2006 geplant und mit ihren Kosten im Haushalt aufgenommen worden, sagt Donald Strube. Sogar ein Sanierungskonzept liege vor. Es war von Schulleitung, Hochbau- und Schulverwaltungsamt gemeinsam erstellt worden. Nur passiert sei nichts. KOMMENTAR

Von Christina Hein

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