50-jähriger Kasseler wegen besonders schwerer sexueller Nötigung verurteilt

Mann muss für immer hinter Gitter

Kassel. Diesmal konnte ein Urteil gesprochen werden: Denn ein 50-jähriger Kasseler, der nach den Plädoyers in der vergangenen Woche überraschend mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden war, saß nun wieder auf der Anklagebank des Kasseler Landgerichts. Jetzt muss er sich auf ein Leben hinter Gittern einstellen.

Das Gericht sprach ihn der besonders schweren sexuellen Nötigung und versuchten besonders schweren sexuellen Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung schuldig. Für diese Taten verhängte die Kammer eine Gesamtfreiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. Auch nach Verbüßen der Haft muss der 50-Jährige nicht freikommen. Denn mit dem Urteil wurde Sicherungsverwahrung angeordnet.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Mann im Frühjahr 2012 in zwei Fällen ein Messer verwendet, um Prostituierte zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Die erste Frau hatte sich heftig gewehrt und dem Angeklagten mit ihrem Stöckelschuh eine blutige Wunde auf der Stirn geschlagen. Danach hatte der 50-Jährige sich aus dem Staub gemacht – sodass es beim Versuch blieb. Von der zweiten Geschädigten ließ er erst ab, als diese ihn mit der Hand befriedigt hatte.

Der 50-Jährige ist bereits vielfach wegen sexueller Nötigung verurteilt worden. Dass der Mann einen Hang zu solchen Taten habe, liege auf der Hand, betonte Richter Jürgen Dreyer: „An der Sicherungsverwahrung führt kein Weg vorbei.“

Ausländische Prostituierte

Das Gericht hatte beide betroffene Frauen als Zeuginnen hören können. Für eine Fallkonstellation, in der die Opfer ausländische Prostituierte sind, sei das sehr ungewöhnlich, sagen erfahrene Ermittler. Die Kammer hatte die Zeuginnen schließlich über Handynummern kontaktieren können. Die spanischsprachige Frau, die sich mit dem Stöckelschuh verteidigt hatte, war eigens aus Österreich angereist, um auszusagen.

Was sie berichtete, war zum Teil sogar entlastend für den Angeklagten gewesen. Zeugen vom Hörensagen nämlich hatten im Zuge der Ermittlungen ausgesagt, der 50-Jährige habe die Frau zum Geschlechtsverkehr gezwungen und ihr Geld weggenommen.

Die wehrhafte Zeugin hingegen schilderte, der Mann habe sie am Hals gepackt, er habe das Messer gezückt, sie bedrängt. Zu sexuellen Handlungen sei es nach ihrem Schlag mit dem Absatz aber nicht mehr gekommen - und ob er das Geld genommen habe, könne sie nicht sagen. Dass die Taten ihnen noch heute Angst bereiteten, sagten beide Frauen.

Von Katja Schmidt

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