Polizei: Schlag gegen Drogenkriminalität

Mann schmuggelte 102 Kokainplomben im Körper

Kassel. Ein 56-jähriger Mann hat rund ein Kilogramm Kokain in seinem Körper von Holland nach Deutschland geschmuggelt. Er wurde am Sonntag, 17. Juni, in Kassel festgenommen.

Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch spricht von einem großen Erfolg bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität. Nach umfangreichen Ermittlungen erließ jetzt der Haftrichter auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehle gegen insgesamt drei Männer im Alter von 37, 38 und 56 Jahren. Die jüngeren Männer stammen aus Kassel, der 56-Jährige aus Bielefeld.

Staatsanwaltschaft und Polizei werfen den beiden älteren Tatverdächtigen bandenmäßigen Einfuhrschmuggel von Kokain in nicht geringen Mengen nach Deutschland vor. Gegen den 37-Jährigen wird wegen Handel mit Marihuana in nicht geringen Mengen ermittelt. Die Ermittler stellten in dem Verfahren etwa 1,3 Kilogramm Kokain, rund eineinhalb Kilogramm Marihuana und 15.000 Euro sicher.

Intensive Ermittlungen im Laufe des vergangenen Jahres hätten die Drogenfahnder des Rauschgiftkommissariats K34 zunächst auf die Spur des 38-Jährigen aus Kassel geführt. Verdichtet mit weiteren Erkenntnissen bekamen die Ermittler erste Hinweise auf einen möglichen Einfuhrschmuggel von Drogen im größeren Stil von den Niederlanden nach Deutschland. Weitere Ermittlungen hätten schließlich zu den 56-jährigen Mann aus Bielefeld geführt. Gegen ihn verdichtete sich der Verdacht, dass er möglicherweise der Drogenkurier ist, der Kokain, in kleinen Beuteln verpackt, im Körper transportiert. In den Morgenstunden des 17. Juni nahmen Beamte des Mobilen Einsatzkommandos Kassel nahmen den 56-Jährigen in Kassel fest.

Wie die richterlich angeordnete und im Krankenhaus gemachte CT-Aufnahme ergab, hätten sich 102 kleine Kokainplomben im Körper des 56-Jährigen befunden, die im Laufe des Sonntags unter Polizeibewachung nach und nach zum Vorschein kamen. „Der Mann hatte mit dieser hochgefährlichen Methode insgesamt rund ein Kilogramm Kokain im Körper von Holland nach Deutschland transportiert“, sagt Jungnitsch.

Im Zuge von Wohnungsdurchsuchungen hätten die Fahnder weitere 250 Gramm Koks und 1,5 Kilo Marihuana bei einer 37-jährigen Kontaktperson gefunden.

Weitere Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ergaben, dass der Personenkreis bereits zuvor ähnlich Rauschgifttransporte nach Deutschland gemacht habe. Dazu würden die Verdächtigen bislang aber schweigen. Die Ermittlungen dauern an. (use)

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