Evangelische Kirche macht neue Angebote

Mann wird Vater: Neue Angebote sollen Männer fit fürs erste Baby machen

Die Verwandlung des Mannes: Wenn das erste Baby kommt, müssen sich werdende Väter auf Veränderungen in ihrem Leben einstellen.
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Die Verwandlung des Mannes: Wenn das erste Baby kommt, müssen sich werdende Väter auf Veränderungen in ihrem Leben einstellen.

Kassel – Vom Mann zum Vater: Dieser Prozess ist für viele junge Männer mit einem starken Einschnitt in ihr bisheriges Leben verbunden. Damit sich Betroffene gut auf die neue Rolle vorbereiten können, macht die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) nun neue Angebote in Stadt und Kreis Kassel.

Kassel - Für das neue Angebot der EKKW werden in einem ersten Schritt erfahrene Väter zu Lotsen ausgebildet, die werdenden und jungen Vätern mit Rat und Tat unter die Arme greifen sollen.

Während Schwangere und junge Mütter zahlreiche Angebote nutzen könnten, um gut vorbereitet in die Zeit mit einem Baby zu starten, sehe es bei den Männern schlecht aus, so Stefan Sigel, Fachreferent für Männerarbeit bei der EKKW. Es gebe bisher kaum Angebote. Also machte sich Sigel daran, das Projekt „Mann wird Vater“ ins Leben zu rufen.

Es geht vor allem darum, Männer ins Gespräch miteinander zu bringen. „Junge Mütter bauen sich meist ein Netzwerk von Müttern auf, um sich auszutauschen. Männer tun das selten“, so Sigel. Viele würden unvorbereitet und verunsichert in ihren neuen Lebensabschnitt starten. Dabei seien heutzutage viele Erwartungen mit der Vaterrolle verbunden. Die Folgen seien sichtbar: Bei Paaren mit Kleinkindern fänden die meisten Scheidungen und Trennungen bereits im ersten Lebensjahr des Kindes statt, so Sigel. Die Elternschaft bedeute Veränderungen in der Paarbeziehung – weniger Sexualität, mehr Konflikte. Mit dieser Situation müssten sich Männer auseinandersetzen. Aber auch der Spagat zwischen Kindern und Beruf stehe an.

Wer diese Herausforderungen meistere, dürfe Hoffnung haben: „Während die Beziehung unter einem ersten Kind häufig leidet, führt ein zweites Kind meist zu einer Stabilisierung“, so Sigel.

Während der Fachreferent das Konzept erarbeitet hat, wird Pädagoge Christoph Lyding von der EKKW die praktische Arbeit mit den Männern übernehmen. Dafür ist Lyding auf der Suche nach erfahrenen Vätern und Großvätern, die zu Väterlotsen ausgebildet werden sollen, um dem Väternachwuchs beratend zur Seite stehen zu können. Am 8. Mai beginnt ein erster Ausbildungsgang zum Väterlotsen. Die Ausbildung erfolgt an sechs Terminen – abends und samstags. Väterlotsen erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung.

Im nächsten Schritt werden Lyding und die neuen Väterlotsen verschiedene Angebote machen. Es wird offene Gesprächsabende und Väterfrühstücke, aber auch Kurse geben. Die Bandbreite reicht vom Joggen mit Kinderwagen über Baby-Massage und Baby-Schwimmen bis hin zu Kochkursen, Bewegungs- und Naturangeboten. „Aber es soll auch um praktische Fragen gehen. So bieten wir mit der Elternschule jeden dritten Donnerstag im Monat einen Crashkurs für werdende Väter an, der sie auf alle Aufgaben vorbereiten soll. Die Botschaft lautet: Ihr könnt alles, außer stillen“, sagt Lyding.

Für das Projekt „Mann wird Vater“ arbeitet die EKKW mit der Hebammenpraxis Harleshausen, der Elternschule am Klinikum Kassel, Familien- und Stadtteilzentren zusammen, wo die Angebote dann auch stattfinden.

Finanziert wird das Projekt der Frühen Hilfen vom Land Hessen. (Bastian Ludwig)

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