Gedankenspiele zerstreut

Verlegung vom Tisch: Marathon bleibt in Kassel

Großereignis: Über 11 000 Läufer nahmen an den Veranstaltungen des Kassel-Marathon 2013 teil. Auf der Strecke herrschte teilweise dichtes Gedränge. Archivfoto: Malmus/nh

Baunatal/Kassel. „Es gibt keine Planung für eine Strecke in Baunatal.“ Winfried Aufenanger, Organisator des Eon Mitte Kassel-Marathons, zerstreut Gedankenspiele für eine Verlegung des Großereignisses von Kassel in die Nachbarstadt Baunatal.

Bei einer Pressekonferenz am Montag am Marathon-Stützpunkt Baunatal hatte er gesagt, dass es aufgrund der Geländebeschaffenheit keinen Streckenabschnitt nach Baunatal - wie derzeit Richtung Lohfelden - geben könnte, wenn müsste man die komplette Veranstaltung nach Baunatal verlegen. Hintergrund dieser Andeutung war wohl der Ärger über den finanziellen Rückzug der Stadt Kassel für den Marathon vom 2. bis zum 4. Mai 2014.

Aufenanger machte auf Anfrage der HNA deutlich, dass er die Stadt Kassel nicht verstehen könne, sich aus der Organisation des Sportereignisses zurückzuziehen. Dabei gehe es noch nicht einmal um Geld, sagte Aufenanger. „Ich will eine Wettkampfstrecke haben.“ Die Stadt Kassel hatte ihren Zuschuss über 50 000 Euro für Sachleistungen für den Streckenaufbau kürzlich aus dem Haushalt gestrichen.

Im Kasseler Rathaus vergesse man, dass es einen Gegenwert für die Stadt gebe, „wenn 11 000 Menschen hier laufen“. Viele Teilnehmer blieben für zwei, drei Tage in der Stadt, betont der Organisationschef. „Die Hotels sind voll.“ Zudem leiste der Marathon ein Stück Sozialarbeit. Für die Veranstaltung im kommenden Jahr seien bereits 42 Schulen mit 2000 Jungen und Mädchen für den Mini-Marathon angemeldet. „In diesem Jahr wollen wir allen Schulen die Teilnahme ermöglichen“, sagte Aufenanger. „Dazu brauchen wir aber Partner.“

Es wäre technisch gar nicht möglich, den Marathon in Baunatal zu veranstalten, sagte Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). „Das hügelige Gelände lässt das nicht zu.“

Grundsätzlich arbeite die Stadt Baunatal gut mit den Organisatoren des Marathons in Kassel zusammen, erläuterte der Bürgermeister. So stelle die VW-Stadt beispielsweise Absperrmaterial zur Verfügung.

Und würde Baunatal einen Zuschuss von 50 000 Euro für ein solches Event aufbringen? Über die Finanzierung des Marathons wolle er sich kein Urteil erlauben, weil er keine Einzelheiten aus den Verträgen kenne, sagt Schaub.

Als Beispiel für finanzielles Engagement der Stadt nennt er die Deutschen Straßenmeisterschaften im Radsport 2014. Der Zweckverband Baunatal-Edermünde als Veranstalter wende 150 000 Euro auf. „Allerdings holen wir uns das meiste über Sponsoren wieder."

Von Sven Kühling

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