Große Wanderung am 12. Juni - Interview mit Dieter Hankel vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein

Marathonlauf im Schritttempo

Der Weg ist weit: Wer die Marathondistanz von 42,195 Kilometern zurücklegen will, der muss auf das richtige Schuhwerk setzen. Foto: dpa

Kassel. In wenigen Wochen findet die erste Marathonwanderung „Rund um Kassel“ statt. Am Samstag, 12. Juni, kann auf 20, 30 oder 42 Kilometern die Beinmuskulatur trainiert werden.

Damit es beim sportlichen Vergnügen bleibt, sind jedoch einige Dinge zu beachten. Wir sprachen mit Dieter Hankel, dem Vorsitzenden des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins Kassel über Schuhwahl und Wandernahrung.

Herr Hankel, wann wird aus Wandern Sport ?

Dieter Hankel: Wenn man für eine Wanderung trainieren muss, weil die Strecke über 30 Kilometer lang ist, dann kann man von Sport sprechen. Bei der Marathonwanderung ist man je nach Geschwindigkeit bis zu elf Stunden unterwegs.

Wie trainiert man das Wandern?

Hankel: Am Anfang sollte langsam die Laufstrecke gesteigert werden. So trainiert man die Ausdauerfähigkeit und kann schon einmal die Ausrüstung testen. Außerdem sollte man regelmäßig wandern. Später kann dann auch die Geschwindigkeit angepasst werden. Im Rahmen der Marathonwanderung werden Geschwindigkeiten von durchschnittlich 4,7 oder 4,2 Kilometern pro Stunde angeboten.

Worauf ist bei der Ausrüstung zu achten?

Hankel: Wichtig sind natürlich die Schuhe. Die müssen eingelaufen sein und dürfen nicht drücken. Wanderschuhe, die über die Knöchel gehen, wirken entlastend. Turnschuhe sind darum auf Dauer nicht die richtige Lösung. Neben einer Kopfbedeckung und Sonnencreme sollten auch die Socken richtig gewählt werden. Auch hier besteht die Gefahr, sich Blasen zu laufen. Regenkleidung für den Notfall ist ebenfalls zu empfehlen. Wanderstöcke erleichtern vor allem das Bergauf-Gehen.

Was bedeutet einlaufen? Und wie erkennt man einen guten Schuh?

Hankel: Man kann einen passenden Schuh schon beim Kauf erkennen. Ist er zu eng? Drückt es irgendwo? Ist ausreichend Platz? Das merkt man schon früh. Eingelaufen werden sollten die Schuhe auf mindestens zwei längeren Wanderungen. Dann haben die Füße Zeit, sich an die neuen Schuhe zu gewöhnen.

Was sollte man tun, wenn eine Blase auftaucht?

Hankel: Sobald eine Druckstelle zu spüren ist, sollte sie abgepflastert werden. Leukoplast eignet sich hier am besten. Wenn man schon vorher weiß, dass es Druckstellen gibt, dann kann auch vorbeugend gepflastert werden.

Was ist während einer Wanderung zu beachten?

Hankel: Pausen müssen regelmäßig gemacht werden. Alle zwei bis drei Stunden sollte man sich für ein paar Minuten ausruhen, etwas essen und trinken. Trinken ist besonders wichtig. Allerdings ist die Literzahl schwer schätzbar. Das variiert von Person zu Person. Beim Essen sollte man auf die Pausen warten. Während des Laufens zu essen, ist schwierig. Obst und Powerriegel oder auch Traubenzucker eignen sich gut als Wandernahrung.

Wer kann wandern?

Hankel: Wandern kann grundsätzlich jeder. Bei der Marathonwanderung werden Teilnehmer zwischen zehn und 80 Jahren dabei sein. Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Jüngere Menschen wandern eher schnell und dafür kurz, ältere Menschen auch gerne lang, aber langsamer.

Wer wandert?

Hankel: Wir haben festgestellt, dass das Interesse in den letzten Jahren wieder gestiegen ist. Allerdings sind in der Vergangenheit auch ganze Generationen ausgefallen. Man sitzt lieber vor dem Computer. Neuerdings gibt es jedoch in allen Altersgruppen wieder Zuwachs, auch im Verein. Wir versuchen, Trends aufzugreifen, um junge Menschen zu begeistern.

Von Jörgen Camrath

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