Beim Auftritt in der Stadthalle Kassel kocht die Stimmung schnell über

Marc Terenzi und die Stripper von Sixx Paxx lassen Frauen kreischen

+
Lies sich vom weiblichen Publikum anfassen: Marc Terenzi, Ex-Ehemann von Popstar Sarah Connor, war einer der zehn durchtrainierten Männer auf der Bühne der Stadthalle.

Kassel. Sie lassen die Muskeln spielen und die Po-Backen vibrieren. Die Stripper von Sixx Paxx haben in der Stadthalle Kassel die Frauen zum Kreischen gebracht. Mit dabei war auch Marc Terenzi - trotz angeblicher Kündigung.

Die Masse, bemerkte der französische Philosoph Gustave Le Bon, werde stets vom Unbewussten beherrscht. Das „Gehirnleben“ trete zurück, das „Rückenmarkleben“ herrsche vor, schrieb er 1895 in seiner „Psychologie der Massen“. Der Verstand werde vermindert durch die völlige Umwandlung in Gefühle.

Das fasst schön zusammen, was eine Show der strippenden Männertruppe „The Mantastic Sixx Paxx“ beim weiblichen Publikum auslöst. Anders gesagt: Beim Anblick nackter polierter muskulöser Oberkörper und Pobacken gerät die Masse der jungen Damen in einen Zustand fortgesetzter Raserei, der zwei Stunden andauert.

Was mache ich eigentlich als so ziemlich einziger Mann jenseits der Bühne am Samstagabend in der halb vollen Stadthalle? Es ist die Neugier! Ich wollte das mal erleben. Bei jedem Hüftkreisen, jedem Po-Wackler bricht sich ein irrer Furor Bahn. Das Schreien und Kreischen aus tausend Kehlen ist schier ohrenbetäubend und erinnert an Beatles-Konzerte in den Sechzigern. Die wummernden Techno- und Rap-Beats und der Overkill an Lichteffekten ist auf totale Überwältigung angelegt. Ich halte mir die Ohren zu.

Zehn Männer ziehen sich aus – natürlich stets nur bis auf die Unterhose. Frau sieht also nie mehr als in jedem Schwimmbad, wobei – zugegeben – nur wenige Männer dort solch beeindruckende Muckis zur Schau stellen.

Schon nach 15 Minuten ist alles gezeigt: Sie haben getanzt, sich ausgezogen und lasziv in den Schritt gefasst, sie haben in Klamotten geduscht und ihre nassen Unterhemden ins Publikum gefeuert. Sie haben Muskeln spielen und Pobacken vibrieren lassen. Erotik hat bekanntlich etwas mit Langsamkeit und Erwartungen zu tun. Hier aber haben es alle immer ganz eilig. Dabei inszenieren sie martialische Männerklischeewelten: Polizisten, Piloten, Soldaten, Rocker, Gangster, Agenten. Würden strippende Ärzte, Philosophen, Manager oder Versicherungsvertreter Frauen vom Hocker reißen?

Terenzi hält sich bedeckt

Marc Terenzi ist übrigens auch dabei. Die Regenbogenpresse vermeldet, der Ex-Mann von Sarah Connor habe sich mit seinen Kollegen verkracht, weshalb er im Februar aussteige. Er singt einige Lieder und hält sich ziemlich bedeckt.

Die Tanzkünste sind erstaunlich wenig einfallsreich. Zu viele Muskeln scheinen da hinderlich. Das weibliche Publikum gehört quasi zur Show, ist Teil davon. Gerne baden die Jungs halb nackt in der Menge und immer wieder dürfen von den Damen welche auf die Bühne. Die Jungs umtänzeln dort die „Mädels“, wiegen Hüften, spreizen Beine und deuten Kopulationen an, was die Stimmung zum Überkochen bringt.

Eine geht Marc Terenzi heftig an die Unterhose, was ihm gar nicht recht ist. Sie wollen, dass die Frauen nach ihrer Pfeife tanzen und nicht umgekehrt. Am Ende drehen alle gemeinsam noch mal richtig auf. Das ist ohrenbetäubend, scheint aber ohne Hörschäden abgegangen zu sein.

Von Andreas Gebhardt

Men-Strip-Show: "The Sixx Paxx" in der Stadthalle Kassel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.