Sicher und geborgen durch die Krise

Marienkrankenhaus Kassel hat Palliativstation eröffnet

Palliativmedizin auf der neuen Station im Marienkrankenhaus
+
Patient im Mittelpunkt: Bei der Palliativmedizin auf der neuen Station im Marienkrankenhaus steht der ganzheitliche Behandlungsansatz im Vordergrund

Menschen, die unheilbar krank sind, ein möglichst schmerz- und beschwerdefreies Leben zu ermöglichen, das ist eines der Ziele der Palliativmedizin. Dr. Nina-Kristin Eulitz ist Palliativmedizinerin und arbeitet seit mehr als achtzehn Jahren in diesem Bereich. Nun bringt sie all ihre Erfahrungen und ihre Expertise mit in das neue palliativmedizinische Zentrum des Marienkrankenhauses Kassel, das vor wenigen Tagen – am 1. April – seine Türen für die Patienten geöffnet hat.

„Wenn ambulante Mittel für eine Beschwerdelinderung nicht ausreichen, ist eine Krankenhausbehandlung auf der spezialisierten Palliativstation notwendig und sinnvoll. Patienten, die auf eine stationäre Behandlung angewiesen sind, finden auf unserer neuen, modernen Station eine angenehm und wohnlich eingerichtete Umgebung vor“, sagt Dr. Eulitz, die die Station mit zwei weiteren Kolleginnen sowie speziell ausgebildeten Pflegefachkräften leitet.

Die elf Einzelzimmer auf der neuen Station im Neubau des Marienkrankenhauses sind großzügig und wohnlich eingerichtet. „Die Palliativstation ist ein Ort zum Leben, an dem aber auch das Sterben zugelassen wird, wenn die Zeit dafür gekommen ist“, sagt die Ärztin. Wichtig sind ihr und ihrem Team der ganzheitliche Behandlungsansatz, bei dem die multimodale Therapie körperlicher Symptome – wie beispielsweise die Schmerztherapie – ebenso wichtig ist wie psychosoziale Unterstützung, spirituelle Begleitung und ethische Fragestellungen.

Um das zu erreichen, „führen wir zu Beginn des Aufenthaltes eine Anamnese durch und besprechen dann innerhalb unseres multiprofessionellen Teams die individuell notwendige Diagnostik und die bestmögliche Behandlung. Für jeden unserer Patienten wird ein speziell auf ihn zugeschnittener Therapieplan festgelegt, der täglich optimal auf die Bedürfnisse abgestimmt wird.“ Das Ziel sei dabei stets, dem Patienten die Symptomlast zu nehmen und eine Restabilisierung herbeizuführen. Bei onkologischen Erkrankungen sei diese Versorgungsform bereits gut etabliert. Angesprochen sind jedoch auch Menschen, bei denen neurologische, pulmologische oder kardiale Erkrankungen in einem fortgeschrittenen Stadium zu belastenden Symptomen führen. Ziel ist, diese  belastenden Symptome, wie beispielsweise Schmerzen oder Luftnot, so gut zu kontrollieren, dass Lebensqualität trotz und mit der Erkrankung erhalten oder wiederhergestellt werden kann. Unterstützt wird die Behandlung durch das multidisziplinäre Team des Marienkrankenhauses Kassel, das neben einer Intensiv- und Intermediate-Care-Station auch über ein hervorragendes Luftnot- und Weaningzentrum verfügt.

Ist die schwere Krankheitskrise durchbrochen, und der Betroffene restabilisiert, kann der Patienten in das gewünschte Lebensumfeld entlassen werden. „Wir entlassen die Patienten gesichert und besprechen alle Schritte im Vorfeld – wenn gewünscht auch mit den Angehörigen – und sind auch weiter ambulant für die Patienten da“. Neben palliativmedizinischer und palliativpflegerischer Expertise sowie psychotherapeutischen und seelsorgerlichen Angeboten finden Patienten auf der Station die Möglichkeit zur Teilnahme an Musik-, Kunst-, Physio- und Aromatherapie. Unterstützend wirken auch das schöne Ambiente des Entspannungsbades oder der Dachterrasse mit Blick auf den Herkules. Damit wird Lebensqualität trotz schwerster Erkrankung erfahrbar und die Autonomie gestärkt. (veg)

Dr. Nina-Kristin Eulitz

Zur Person

Dr. Nina-Kristin Eulitz hat in Hannover ihr Studium der Humanmedizin absolviert. Sie ist Fachärztin für Anästhesiologie mit den Zusatzbezeichnungen Palliativmedizin sowie spezielle Schmerzmedizin. Seit dem 1. Februar 2021 ist sie am Marienkrankenhaus Kassel beschäftigt und leitet jetzt das palliativmedizinische Zentrum des Hauses. Die 50-Jährige ist verheiratet und lebt in Göttingen.

Angebote für Angehörige

Auf der Palliativstation des Marienkrankenhaus Kassel besteht für Angehörige die Möglichkeit, sich als Begleitperson im Zimmer des Angehörigen aufnehmen zu lassen und dadurch so intensiv wie möglich an der Seite des Patienten (oder Erkrankten) zu sein. „Wir legen großen Wert auf Gespräche mit der Familie und integrieren diese nach Wunsch und Möglichkeit in das pflegerische Handeln“, sagt Dr. Nina-Kristin Eulitz. In einem gemütlichen Sozialraum wird die Möglichkeit geboten, mit den Angehörigen zusammen zu sein und bei Gelegenheit sogar kleine Familienfeiern zu begehen. Der Sozialraum bietet aber auch Gelegenheit, sich mit anderen Angehörigen auszutauschen. 

Marienkrankenhaus Kassel
Marburger Str. 85, 34127 Kassel

marienkrankenhaus-kassel.de

Die Aufnahme auf die Palliativstation erfolgt nach vorheriger telefonischer Anmeldung durch Einweisung ambulant tätiger Ärzte oder bei Übernahme von einem anderen Krankenhaus durch einen Stationsarzt. Die Palliativstation ist erreichbar unter Tel. 0561 / 80 73 15 77.
Patientenanmeldung erbitten wir telefonisch von 08:00 – 16:00 unter Tel. 80 73-15 77; außerhalb dieser Zeiten und an Sonn- und Feiertagen über die ZNA unter Tel. 0561 / 80 73 12 30 oder -14 40.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.