Wege aus der Luftnot

Patient mit Atemmaske im Bett liegend
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Unterstützung: Eine Atemmaske, wie auf dem Foto zu sehen, ist für Menschen mit Lungenerkrankungen eine große Hilfe. Sie werden so bei der Atmung unterstützt und die Lunge wird besser durchlüftet.

Klinik für Pneumologie am Marienkrankenhaus Kassel ist in allen Bereichen hochspezialisiert

Wenn man nach einem Sprint vom Erdgeschoss in den fünften Stock außer Atem ist, ist das sicherlich normal – es sei denn, man ist Ausdauersportler. Dieses „außer Atem“ sein, kennt insofern fast jeder. Bekommt man aber bereits bei geringer Anstrengung oder sogar in Ruhe schlecht Luft, ist das zumeist krankheitsbedingt.

PD Dr. Andreas Bastian

PD Dr. Andreas Bastian, Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Intensivmedizin am Marienkrankenhaus Kassel, hat tagtäglich mit Menschen zu tun, die unter Atembeschwerden leiden. Nicht erst Corona hat den Stellenwert der Pneumologie verdeutlicht – auch davor war längst bekannt, dass Lungenerkrankungen für den Betroffenen schwerwiegend sind. Krankheitsbilder wie Bronchialkarzinom, Pneumonie, aber auch Tuberkulose zeigen das.

Luftnot, chronischer Husten und Schmerzen in der Brust gehören laut Dr. Bastian zu den Leitsymptomen einer Lungenerkrankung, die man grob in zwei Gruppen unterteilen kann: Zum einen zählen dazu Patienten, die an einer Lungenerkrankung wie beispielsweise COPD oder Lungenfibrose erkrankt sind. Bei dem anderen Teil der Patienten ist die Lunge grundsätzlich in Ordnung, aber andere Erkrankungen, darunter etwa neuromuskuläre, bewirken, dass die Atmung nicht mehr richtig funktioniert.

Viele seiner Patienten müssen daher vorübergehend beatmet werden, berichtet der Arzt. Häufig sei das der Fall, wenn Menschen mit COPD einen Infekt der Atemwege bekommen. „Diese Patienten beatmen wir dann zeitweise über eine Maske mit angeschlossenem Beatmungsgerät“, erklärt der Pneumologe.

Manchmal reiche das jedoch nicht aus, dann müssen die Patienten invasiv, das heißt per Luftröhrenschlauch, beamtet werden. Eine nicht ganz einfache Situation stellt laut dem Lungenexperten die anschließende Entfernung der Beatmung dar. Ältere Patienten oder Menschen mit fortgeschrittener COPD hätten dann oft Probleme, wieder selbstständig zu atmen. Die Entwöhnung eines beatmeten Patienten vom Beatmungsgerät bezeichnet man als Weaning.

„Das Weaning ist sehr komplex und erfordert viele verschiedene Fähigkeiten, damit es klappt“, sagt Dr. Bastian.

Ein Team aus Beatmungsmedizinern, Atemtherapeuten, Fachpflegekräften, Physiotherapeuten und Logopäden begleitet den Patienten dabei.

Da die Klinik für Pneumologie des Marienkrankenhauses über diese Kompetenzen verfügt, gehört sie zu einem der wenigen Weaningzentren in Deutschland. In manchen Fällen sei es jedoch nicht mehr möglich, Patienten von der Beatmung zu entwöhnen. In diesen Fällen, etwa bei einer Querschnittslähmung im Halswirbelbereich, muss die Beatmung mit ins häusliche Umfeld genommen werden.

Das Gleiche gelte für Patienten, die nachts beatmet werden müssen. „Die meisten Patienten, die zur Einleitung einer Heimbeatmung zu uns kommen, haben bereits eine lange bekannte Erkrankung der Lunge, des Herzens, der Muskeln oder der Nerven, die sich trotz optimaler medizinischer Behandlung weiter verschlechtert hat. Im Zentrum für Heimbeatmung im Marienkrankenhaus Kassel kann bei diesen Patienten die Atemmuskulatur unterstützt werden. Die nächtliche Beatmung soll helfen, die eigene Muskulatur auszuruhen, um tagsüber ausreichend Luft zu haben“, sagt Dr. Bastian.

Neben der Beatmungsmedizin zählen die Klinik für Infektiologie und eine Praxis für Pneumologie zu den Abteilungen, die Dr. Bastian leitet. „In der Praxis können wir die Patienten im Anschluss an ihren stationären Aufenthalt weiterbehandeln“, sagt der Pneumologe. Zugleich ist sie eine Anlaufstelle für Patienten mit speziellen Beschwerden im Bereich der Lunge. Angegliedert daran ist beispielsweise das Luftnotzentrum, eine PAH-Ambulanz (Lungenhochdruck) sowie eine Tuberkulose-Ambulanz. Auch Patienten, deren Diagnose nicht gesichert ist, finden dort weitere medizinische Hilfe.

Zur Person

PD Dr. Andreas Bastian ist seit 2009 Chefarzt der Pneumologie und Intensivmedizin am Marienkrankenhaus Kassel. Er ist spezialisiert auf Innere Medizin, Internistische Intensivmedizin, Pneumologie, Infektiologie, Notfall- und Palliativmedizin. Dr. Bastian ist verheiratet.

Hintergrund

Zum Team der Klinik für Pneumologie des Marienkrankenhauses Kassel gehören neben Chefarzt PD Dr. Andreas Bastian fünf Oberärzte, Atmungstherapeuten und Fachpflegekräfte, darunter zwei Pflegekräfte, die sich ausschließlich um beatmete Patienten kümmern. In der Ordnungsstruktur des Krankenhauses zählt die Pneumologie zur Abteilung der Inneren Medizin, die in folgende Fachdisziplinen unterteilt ist:

•Allgemeine Innere Medizin

• Pneumologie

• Luftnotzentrum

• Heimbeatmungszentrum

•Weaningzentrum

• Internistische Intensivmedizin

• Schlafmedizinisches Zentrum

•Infektiologie

•Palliativmedizinisches Zentrum

•Gastroenterologie

• Angiologie/Gefäßmedizin

• Diabeteszentrum

Kontakt

Marienkrankenhaus Kassel
Marburger Str. 85 | 34127 Kassel
T (05 61) 80 73-12 00 | E-Mail: m.ohm@marienkrankenhaus

marienkrankenhaus-kassel.de

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