Schilddrüsenerkrankungen erkennen und behandeln

Rechtzeitige Therapie kann Folgeerkrankungen verhindern

Privatdozent Dr. med. Wulf Hamelmann Chefarzt der endokrinen Chirurgie am Marienkrankenhaus Kassel

Rund ein Drittel aller Menschen in Deutschland sind von Erkrankungen der Schilddrüse betroffen. „Diese Erkrankungen kommen nicht selten als Chamäleon daher, weil sie sehr verschiedene unspezifische Symptome auslösen können“, macht Privatdozent Dr. Wulf Hamelmann, Chefarzt der endokrinen Chirurgie am Marienkrankenhaus in Kassel, deutlich.

So kann eine Überfunktion der Schilddrüse zum Beispiel zu Bluthochdruck, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder Problemen im Magen-Darm-Trakt führen. Eine Unterfunktion kann sich dagegen in Hautveränderungen, Vergrößerung des Herzens und Antriebslosigkeit bis hin zur Depression äußern.

Dr. med. Jung Reiermann Fachärztin für Endokrinologie Leiterin der Schilddrüsenpraxis am MVZ des Marienkrankenhauses Kassel

Auch Autoimmunerkrankungen können Fehlfunktionen der Schilddrüse auslösen. Ist die Nebenschilddrüse von Funktionsstörungen betroffen, kann es zu Erkrankungen wie Nierensteine oder dem Abbau von Knochensubstanz (Osteoporose) kommen. „Durch die Vielfalt der möglichen Symptome sind Erkrankungen oft schwer zu erkennen“, erläutert Dr. Hamelmann. Neben diesen Symptomen können auch eine Vergrößerung dieses kleinen Organs unterhalb des Kehlkopfes oder knotige Veränderungen des Gewebes ein Hinweis auf eine Fehlfunktion sein.

„Treten solche Veränderungen auf, sollte unbedingt abgeklärt werden, ob eine medikamentöse Therapie ausreicht, oder eine Operation erforderlich ist“, so Dr. Hamelmann. Neben dem Ultraschall kommen dabei vor allem nuklearmedizinische Verfahren zum Einsatz. Die Patienten bekommen dabei schwach radioaktiven Botenstoff (Technetium) verabreicht, das sich in der Schilddrüse anreichert. Mit einem speziellen Scanner wird diese radioaktive Strahlung dann gemessen. Reichern die Knoten diesen Stoff an, handelt es sich um so genannte „heiße“ Knoten, die unkontrolliert Hormone produzieren und zu Stoffwechselstörungen führen können. Je nach Ausprägung der Gewebeveränderung kann dann eine Operation in einem spezialisierten Zentrum nötig sein.

Prof. Dr. Markus Luster Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Gießen-Marburg

Über die Entstehung, die Diagnostik und die Therapie von Erkrankungen der Schilddrüsen informieren Frau Dr. Jung Reiermann, Endokrinologin und Leiterin der Schilddrüsenpraxis am MVZ des Marienkrankenhauses Kassel, Prof. Dr. Markus Luster, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Gießen Marburg sowie Privatdozent Dr. Wulf Hamelmann, Chefarzt der endokrinen Chirurgie am Marienkrankenhaus Kassel am Donnerstag, den 4. Mai im Rahmen der Patientenveranstaltung der HNA.

Patientenveranstaltung: „Schilddrüsenerkrankungen“
Donnerstag, 4. Mai, 18 – 20 Uhr, HNA, Frankfurter Straße 168, Kassel, Sitzungszimmer, 1. Stock Begrenzte Teilnehmerzahl. Telefonische Anmeldung unter 0561 / 203 1253.

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