Idee kam bei Sommer-Open-Air

Markenschutz für den Slogan "Kassel küsst Kunst" 

+
Kaufhof stellt Verkaufsfläche zur Verfügung: Von links Kaufhauschef Stephan Engel, Patissier Christian Bach und Slogan-Erfinderin Barbara Gabriel.

Kassel. Ihren Slogan „Kassel küsst Kunst“ hat sich Barbara Gabriel urheberrechtlich schützen lassen. Erst ging es ihr nur um Stolz auf die Stadt. Jetzt vertreibt sie den Spruch auf mehreren Artikeln.

Eines Tages wurde Barbara Gabriel von der Muse geküsst: Nach einem stimmungsvollen Sommer-Open-Air vor der Kulisse der Orangerie ging es der Ruheständlerin nicht mehr aus dem Kopf, welch reiches Kunst- und Kulturleben bis hin zum Welterbe-Prädikat Kassel inzwischen zu bieten hat. Der Stolz auf ihre Heimatstadt und die schönen Eindrücke formten sich in ihren Gedanken zu einem Slogan, der ihr nicht mehr aus dem Kopf ging: „Kassel küsst Kunst.“

Von dieser Idee war sie so fasziniert, dass sie sich den Slogan beim Deutschen Patent- und Markenamt urheberrechtlich schützen ließ. Das habe einiges an Aufwand und Anwaltskosten verursacht. Doch um Profit sei es ihr dabei nicht gegangen, sondern nur um Identität und Bürgerstolz, erzählte die Urheberin: „Ich habe bei der Stadt, bei Kassel Marketing und der MHK vorgesprochen und gefragt, ob sie meinen Slogan unentgeltlich nutzen wollen.“ Doch da sei kein Interesse gewesen, sagte sie.

Mit dem Slogan an Galeria Kaufhof-Chef herangetreten

Erst daraufhin, so Barbara Gabriel, habe sie sich entschlossen, ihre Idee „Kassel küsst Kunst“ in eigener Regie unters Volk zu bringen. Sie wandte sich an Stephan Engel, den Geschäftsführer der Galeria Kaufhof, und fragte an, ob der sich vorstellen könne, Kleidungsstücke, Souvenirs und andere Artikel mit dem Slogan in sein Sortiment aufzunehmen.

Bei Engel fand die Idee Gehör: „Der Spruch ist so charmant, das hat uns auf Anhieb überzeugt“, sagte der Kaufhof-Chef. Aus seiner Sicht sei das auch eine Gelegenheit, in dem Kasseler Kaufhaus einen regionalen, standorttypischen Akzent zu setzen.

Slogan auch auf Pralinen, Torten und Schokotafeln

Barbara Gabriel beauftragte dann eine Kasseler Werbemittelfirma, mit dem Slogan Shirts, Taschen, Kappen, Regenschirme, Tassen und Ähnliches zu bedrucken. Diese Artikel – manche mit einem zusätzlichen Kussmund – gibt es seit Kurzem auf einer Sonderfläche im Untergeschoss des Kaufhofs, direkt neben einer Auswahl offizieller documenta-Artikel. Von allem, was verkauft wird, erhält der Kaufhof eine prozentuale Vergütung.

Weiterhin hat Barbara Gabriel den Patissier Christian Bach für ihre Idee gewonnen. Bach schreibt das Motto „Kassel küsst Kunst“ auf Schoko-Tafeln, Pralinengeschenke und auf Wunsch auch auf Torten. Als Gegenleistung darf die Slogan-Erfinderin in einem kleinen Schaufensterbereich von Bachs Café an der Neuen Fahrt ihre Artikel präsentieren.

In Kürze will Barbara Gabriel unter der Adresse www.kassel-küsst-kunst.de auch einen Onlineshop starten. Ob sie ihre Investitionen irgendwann einmal hereinholen wird, „das weiß ich nicht“, sagt sie. Es sei halt eine Herzenssache.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.