Stände müssen mitmachen

Kasseler Weihnachtsmarkt geht auch 2013 länger

+
Weihnachtsstimmung auch nach dem Fest: Der Märchenweihnachtsmarkt wird auch dieses Jahr nach den Feiertagen fortgesetzt bis zum 30. Dezember. Dabei sollen – anders als voriges Jahr – alle Stände geöffnet bleiben.

Kassel. Verlängerung für die Verlängerung: Der Weihnachtsmarkt wird auch in diesem Jahr nach den Feiertagen fortgesetzt. Wie in der vergangenen Saison werden die Stände zwischen dem 27. und dem 30. Dezember öffnen.

„Wir wollen es noch mal probieren“, sagt Angelika Hüppe, Leiterin von Kassel Marketing. Auf der Grundlage der Erfahrungen der beiden Testjahre wolle man dann eine endgültige Entscheidung treffen, für die das Votum der Stadtverordnetenversammlung eingeholt wird.

Während es Ende vergangenen Jahres den Standbetreibern freigestellt war, ob sie sich an den Verlängerungstagen beteiligen, ist es diesmal für alle Pflicht mitzumachen. Voriges Jahr war die Ausschreibung bereits erfolgt, als die Verlängerung beschlossen wurde, erklärt Hüppe. Diesmal wissen die Händler bei ihrer Bewerbung für den Kasseler Weihnachtsmarkt, dass dieser bis zum Jahresende geht.

Voriges Jahr hatten 92 von den 116 Weihnachtsmarkt-Buden auch nach den Feiertagen geöffnet - das entspricht etwa 80 Prozent. Geschlossen hatten ausschließlich Kunsthandwerk-Stände. Insgesamt gab es 50 auf dem Markt, nur die Hälfte beteiligte sich an der Verlängerung. Viele Kunsthandwerker bieten weihnachtliche Artikel an, die nach dem Fest nicht mehr gefragt sind. Von denen, die mitgemacht haben, zog nur ein Drittel eine positive Bilanz der zusätzlichen Tage, wie eine Befragung von Kassel Marketing ergab. Der Großteil war gegen eine erneute Verlängerung.

Umso zufriedener waren hingegen die Getränke- und Gastronomie-Buden. Hier lag die Zustimmung für die zusätzlichen Öffnungstage bei 86 Prozent. Betrachtet man die Gesamtheit der Standbetreiber, die sich beteiligt hatten, sprachen sich gut 72 Prozent für eine Verlängerung auch beim nächsten Weihnachtsmarkt aus.

Um zu verhindern, dass sich Kunsthandwerk-Stände wegen der für sie nicht lukrativen Verlängerung von Kassel abwenden, sollen die Standgebühren für sie günstiger werden, kündigt Kassel-Marketing-Chefin Angelika Hüppe an. Im Gegenzug würden die Standgebühren für die Getränke- und Glühweinstände angehoben. Die entsprechende Satzung werde derzeit überarbeitet. Das Kunsthandwerk trage maßgeblich zur Attraktivität und Vielfalt des Marktes bei, erklärt Hüppe. Deshalb gelte es unbedingt zu verhindern, dass die Händler abspringen.

Auf Besucherseite gibt es lediglich eine knappe Mehrheit für die Verlängerung. Eine repräsentative Umfrage ergab, dass 52,1 Prozent für eine Öffnung auch nach Weihnachten sind. 40,4 Prozent sprachen sich gegen einen verlängerten Markt aus.

Weihnachtsmärkte nach Weihnachten sind eher die Ausnahme: In fast 84 Prozent der Städte, die ähnlich beliebte Märkte wie Kassel haben, schließen die Stände am 23. Dezember. Rund zwei Millionen Besucher kommen jedes Jahr zum Märchenweihnachtsmarkt nach Kassel.

Von Katja Rudolph

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.