Sprengwerk-Konzept auf Prüfstand

Stadtverordnete entscheiden heute über die Zukunft der Markthalle in Kassel 

+
Was wird aus der Markthalle? Die Frage soll heute in der Stadtverordnetenversammlung beantwortet werden.

Die Stadtverordneten in Kassel diskutieren über die Markthalle.  Die CDU kritisiert, dass die Marktbeschicker nicht ausreichend in die Diskussion eingebunden werden. 

  • Die Stadtverordneten entscheiden über die Zukunft der Markthalle in Kassel.
  • Es soll über das Konzept des Architekturbüros Sprengwerk abgestimmt werden.
  • Es gibt Proteste der Marktbeschicker. 

Kassel - Was passiert mit der Markthalle? Um diese Frage geht es in der Stadtverordnetenversammlung. Wir stellen die Situation dar. Auch an der Markthalle zerbrach im Dezember die Koalition aus SPD, Grünen und dem Fraktionslosen Andreas Ernst. Nun soll in der Sitzung der Kasseler Stadtverordneten am Montag die Entscheidung fallen.

Zur Abstimmung steht das vomMagistrat favorisierte Konzept des Architekturbüros Sprengwerk. Die konkrete Frage lautet, ob der Magistrat den Auftrag bekommt, Verhandlungen mit Sprengwerk zu führen – mit dem Ziel, dass das Architekturbüro sein Konzept verwirklichen kann. Doch noch steht nicht fest, ob sich dafür eine Mehrheit findet. Sollte der Beschluss scheitern, muss das Vergabeverfahren neu aufgerollt werden.

Markthalle Kassel: SPD und Grüne für Sprengwerk-Konzept

Für das Sprengwerk-Konzept sprechen sich offen bisher nur SPD und Grüne aus. Das heißt: Es fehlt noch eine Stimme. SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Hartmann ging am Wochenende trotzdem davon aus, dass sich eine Mehrheit findet. 

Ebenfalls optimistisch äußerte sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Boris Mijatovic. Auch Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) zeigte sich zuversichtlich. Er appellierte an die Stadtverordneten, keine politischen Spielchen zu spielen und somit den Investor zu vergraulen. Bis zuletzt wurden noch Gespräche geführt.

Die CDU hatte zuletzt gegenüber unserer Zeitung angekündigt, den Beschluss zur Markthalle abzulehnen. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Dominique Kalb erklärte, die CDU setze sich seit Jahren für den Erhalt der Markthalle ein. 

Um sie zukunftsfähig zu machen, müssten neben baulichen Veränderungen und der Auflösung des Sanierungsstaus tragfähige Konzepte die Existenz des Marktbetriebes sichern. „Dies geht immer nur mit, aber niemals gegen die Marktbeschicker, die sich in der aktuellen Diskussion nicht ausreichend informiert und mitgenommen fühlen.“ Die Proteste der Beschicker zeigten jedoch, dass es trotz anderslautender Beteuerungen des Magistrats keine ausreichende Einbindung gegeben habe.

Kassel: Vorstellung von Konzepten Dritter zur Markthalle formal unterbunden

Selbst bei der Bürgerversammlung Anfang Februar in Kassel sei gegen den Beschluss der Stadtverordneten die Vorstellung von Konzepten Dritter formal unterbunden worden. Der Magistrat habe damit erneut die Chance vertan, eine transparente Diskussion über die Zukunft der Markthalle zu führen.

Kalb: „Die CDU-Fraktion lässt sich nicht verantwortlich machen für die Kommunikationsdefizite des rot-grünen Magistrats.“ Und auch nicht dafür, wenn ihm jetzt die Mehrheit für seine „Basta-Politik“ fehlen sollte.

Ähnlich argumentierte zuletzt Lutz Getzschmann, Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken. Die wollen nun einen Änderungsantrag durchbringen. Demnach soll es erst Verhandlungen mit Sprengwerk geben, wenn 75 Prozent der Marktbeschicker für dessen Konzept sind. Sollte dieser Änderungsantrag eine Mehrheit bekommen, müsste noch geklärt werden, ob die Abstimmung über den eigentlichen Antrag verschoben wird oder trotzdem stattfindet.

Unterstützung von der AfD hat Rot-Grün zumindest nicht zu erwarten. Bleiben die Fraktion FDP, Freie Wähler und Piraten sowie die mittlerweile drei Fraktionslosen. Bisher hat noch niemand davon erklärt, für Verhandlungen mit Sprengwerk zu stimmen. Das kann sich aber ändern. Fest steht: Es wird spannend.

Von Andreas Hermann und Florian Hagemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.