Markthalle: Verkaufsflächen stehen leer, doch manche Bewerber werden abgewiesen

Einkaufsangebot im Marstall an der Tränkepforte: An drei Tagen pro Woche ist die Markthalle geöffnet. Einige der Stände stehen derzeit leer. 2 Fotos:  Schachtschneider

Kassel. In der Markthalle an der Tränkepforte sind derzeit diverse Standflächen verwaist, was der Betreibergesellschaft Sorgen bereitet – doch manche Interessenten, die dort Waren anbieten möchten, kommen nicht zum Zuge:

„Die Vergabepraxis ist nicht nachvollziehbar“, klagt etwa der Spargel- und Erdbeerhändler Roland Skwarski. Er habe sich seit 2005 immer wieder um einen Stand beworben und stets Absagen erhalten. Da sei es für ihn „verständlich, dass das Interesse seitens der Betreiber und der Kunden nachlässt“.

Die Markthalle im RegioWiki

Skwarski verkauft seine Saisonprodukte an 22 mobilen Verkaufshütten in Kassel und Umgebung. Für ihn wäre die Kundschaft der Markthalle sehr interessant. Aber offenbar sollten die dort ansässigen Händler vor unliebsamer Konkurrenz geschützt werden, kritisiert er.

Der Spargel von seinen Lieferanten komme drei Wochen früher auf den Markt als der bei anderen Anbietern. „Da sollte man im Interesse der Konsumenten und nicht der Händler entscheiden“, fordert Skwarski.

AndreasMannsbarth

Markthallen-Geschäftsführer Andreas Mannsbarth bestätigte auf HNA-Anfrage, dass der Spargel- und Erdbeerhändler mit seiner Einschätzung im Prinzip richtig liege: „Mit Saisonständen tun wir uns immer schwer.“ Anbieter wie Skwarski würden sich für eine Standmiete nur zu bestimmten Jahreszeiten interessieren, „da sind andere, die das ganze Jahr über ihr Geschäft machen müssen, im Nachteil.“

Mit einem guten Dutzend Spargelanbietern sei der Bedarf in der Markthalle gedeckt. Mannsbarth: „Wir würden auch niemanden nehmen, der etwa in der Adventszeit noch zusätzlich Gänse verkaufen wollte.“

Immer wieder gebe es Anfragen von Interessenten, die das Markthallen-Management ablehnen müsse. Problematisch seien zum Beispiel Imbisse, da es an den meisten Ständen kein Abluftsystem gebe. Regelmäßig würden auch Außenstandplätze für Verkaufswagen oder -hütten angefragt. Die Betreibergesellschaft sei sich aber einig, so Mannsbarth, dass es auf der Außenfläche nur so genannte Schirmstände geben solle, die von allen Seiten einsehbar seien: „Da wollen wir ein einheitliches Bild.“

Roland Skwarski

Für fast alle vakanten Marktstände im Inneren der Halle gebe es inzwischen Bewerber, sagte der Markthallen-Geschäftsführer: „Ab Anfang März werden ein paar neue Anbieter zu sehen sein.“ – darunter ein Bistro, ein Blumenhändler und eine Bäckerei. Für den verwaisten der beiden Fischstände werde nach wie vor ein neuer Anbieter gesucht. Auch einen Stand mit spanischen Spezialitäten wie Schinken, Käse und Tapas würde Mannsbarth noch gern in den Kreis der Anbieter aufnehmen.

„Wir versuchen immer darauf zu schauen, dass das Sortiment in der Markthalle ausgewogen ist“, sagte Mannsbarth auch mit Blick auf die Bewerbungen von Spargelhändler Skwarski. Dieser habe alternativ die Möglichkeit, zu versuchen, seine Waren „über die Stände der bestehenden Markthallenbeschicker“ an die Kundschaft zu bringen.

Von Axel Schwarz

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