Marktplatz: Hans Wild verkauft ein außergewöhnliches Schachspiel mit Tonfiguren

Marktplatz: Königliches Spiel entführt in den Orient

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Große Spielfiguren in orient alischem Stil: Hans Wild selbst kennt nur die Grundzüge des Schach. Daher hat er das Spiel fast nie benutzt.

Schach wird praktisch auf der ganzen Welt gespielt. Die Materialen und Figuren gibt es fast in genauso vielen Variationen wie die Spielzüge bei diesem königlichen Spiel.

Von einem ganz außergewöhnlichen Exemplar, einem Hingucker in jedem Wohnzimmer, will sich nun der Rentner Hans Wild aus Kassel trennen. Er verkauft ein Schachspiel, das seinen Besitzer und Mitspieler in das Ambiente des Orients versetzt. Farbenprächtige Szenen von Beduinenkarawanen, das Bildnis einer arabischen Frau sowie die Abbildung einer Oase im Meer der Wüste erzählen am Rand des Schachbretts von den Schönheiten des Nahen Ostens und erinnern an die Märchen aus 1001 Nacht.

Springer auf dem Kamel

Auch die Figuren dieses Schachspiels sind orientalischen Vorbildern nachempfunden. Der Springer reitet beispielsweise nicht auf einem Pferd, sondern hoch auf einem Kamel. Statt Bauern zieht man Figuren, die an die kleinen Hütten arabischer Dörfer erinnern. Der bekannte Künstler und Bildhauer Waldemar Jan Erdtmann, der in einem Wasserturm nahe Köln lebt, hat die hübschen Figuren entworfen und entsprechende Abgüsse aus Ton hergestellt.

Für Hans Wild ist dieses Schachspiel eine Erinnerung an seine Zeit als Inhaber des traditionsreichen Tabakwarenfachgeschäfts Oskar Rocholl am Stern. Der heute 69-Jährige hat die damals 120 Jahre alte Familienfirma 2015 an eine Unternehmensgruppe verkauft. Das Schachspiel habe er seinerzeit als Weihnachtsgeschenk des Tabakwarenherstellers Agio erhalten, der seine Zigarillo-Marke Meharis bewarb, erzählt Wild und fügt hinzu: „Ich habe mich damals sehr darüber gefreut.“ Nach seinen Recherchen hat der Künstler Erdtmann das Schachspiel wohl Ende der 1970er-Jahre geschaffen. Wild erhielt ausweislich des Zertifikats, das Wild dem Käufer mitgibt, das 183. Exemplar des Schachspiels. Die Firma Agio habe es nur ihren treuen Geschäftskunden geschenkt, vermutet der Kasseler.

Nicht nur für Schachspieler

Das Schachspiel besteht aus einer Art Kassette. Die Figuren werden – von Schaumstoff geschützt – unter dem Spielbrett eingeschoben. Das Spielfeld ist mit einer Kunststoffscheibe gegen Abnutzung geschützt. „Damit ist kaum gespielt worden. Es ist wie neu und die Figuren weisen keine Griffspuren auf“, sagt Wild.

Der Rentner trennt sich schweren Herzens, aus Platzgründen, von diesem außergewöhnlichen Schachspiel. „Für den Keller ist es zu schade“, meint Wild. Er selbst beherrsche nur die Grundbegriffe des Spiels. „Ich möchte es gern in Hände geben, die es zu schätzen wissen“, betont der Kasseler. Das müsse nicht unbedingt ein leidenschaftlicher Schachspieler sein. Denn auch als Dekorations- oder Sammelobjekt mache sich dieses besondere Schachspiel in jeder Wohnung gut. (pdi)

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