Marktplatz: Eulen aus Holz, Glas und Keramik

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Die ganze Eulenfamilie auf einem Tisch versammelt: Klaus-Toni Klein (rechts) hat Sabine Scherer geholfen, die vielen Vogelfiguren aus dem ganzen Haus und dem Garten zusammmenzutragen. Scherer möchte die Sammlung möglichst „im Paket“ verkaufen.

Eine Sammelleidenschaft entsteht meistens aus der Liebe zum Objekt, seien es Briefmarken, Automodelle oder Zinnsoldaten. Manchmal steht aber auch der Zufall Pate.

So war es bei der Sammlung von Eulenfiguren, die Sabine Scherer von ihrer verstorbenen Mutter geerbt hat. Diese große Eulen-Familie, der man in ihrem Elternhaus in Guxhagen-Wollrode buchstäblich auf Schritt und Tritt begegnete, will die Borkenerin nun verkaufen. Ihr guter Bekannter Klaus-Toni Klein will das für sie übernehmen. Am liebsten wäre es ihr, wenn die Eulen-Familie nicht getrennt würde.

Mit einem Geschenk fing alles an

Aber zurück zum Zufall: Sabine Scherer hat ihrer Mutter als Kind die erste Eulenfigur selbst geschenkt. Das war damals ihre originelle Reaktion darauf, dass die Mutter sie gern mit einem Kosenamen neckte. „Weil ich damals eine Nickelbrille mit kreisrunden, großen Gläsern trug, nannte sie mich immer ‘mein Eulchen‘, erzählt die Borkenerin. Die Mutter habe Gefallen an der gefiederten Figur mit den großen Augen gefunden und einige hinzugekauft. Und ihre Tochter brachte ihr weitere Exemplare von Urlaubsreisen mit. Das fiel natürlich Freunden und Verwandten auf. Alsbald „regnete“ es an Geburtstagen und zu anderen festlichen Gelegenheiten Eulenfiguren in jeder Ausführung, mal kitschig, mal plüschig, mal künstlerisch anspruchsvoll geformt – immer aber witzig und originell.

Bildergalerie: Eulen aus Holz, Glas und Keramik

Innerhalb von 30 Jahren wuchs die Eulenfamilie so auf etwa 250 Stück an. Den Eulen begegnete man in Scherers Elternhaus auf Schritt und Tritt. Sie bevölkerten die Vitrinen im Wohnzimmer genauso wie den Garten, wo Exemplare aus Holz standen, die mit der Kettensäge geformt worden waren. Auch als Aschenbecher machten sich die Eulen nützlich. So mancher Gast hängte seinen Mantel an den Krallen einer Eule auf: Auch als Kleiderhaken macht sich dieser Vogel, dem früher der Aberglaube alle möglichen guten oder auch schlechten Eigenschaften nachgesagt hat, sehr gut.

Die Sammlung, die Scherer nun abgeben will, um den Schlussstrich unter einen Lebensabschnitt zu ziehen, mit dem viele persönliche Erinnerungen verbunden sind, besticht durch ihre Vielfalt. Von der winzigen Eule aus Glas bis zum großen, aus Naturmaterialien gefertigten und düster dreinschauenden Vogel ist alles vertreten. Sogar ein Eulen-Professor mit Doktorhut ist darunter. Eulen wird schließlich unter anderem Weisheit nachgesagt. „Das war eine Eigenschaft, die meine Mutter auch hatte“, sagt Scherer.

Nur eine einzige Eule, an der sie besonders hängt, will die Borkenerin als Erinnerung behalten.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Sammlung wird sie ihre Tochter unterstützen, die bald im Ausland ein Studium aufnehmen will.

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