Grund: Wirtschaftliche Zwänge

Markus Exner nicht mehr Theaterleiter in der Kasseler Komödie

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Markus Exner

Kassel. Personalwechsel in Kassels Boulevardtheater: Ab dem 31. Juli ist Markus Exner nicht mehr Theaterleiter des Hauses an der Friedrich-Ebert-Straße. Das gab Geschäftsführer Knut Schakinnis gestern bekannt.

Exner wurde aus betriebswirtschaftlichen Gründen gekündigt. Schakinnis (58) wird künftig zusätzlich zu seiner Geschäftsführertätigkeit auch die Theaterleitung übernehmen – gemeinsam mit Sarah Stolte (27), die ihre Arbeitszeit zwischen Kassel und dem Partnertheater in Bielefeld aufteilen wird.

„Ich hatte bei unserem Gespräch Tränen in den Augen“, sagt Schakinnis. Exner habe das Haus zwei Jahre lang sehr erfolgreich geführt, doch wirtschaftliche Zwänge ließen keine Alternative. Das Privattheater mit einem Jahresetat von 640 000 Euro ist in den vergangenen Jahren aus Schakinnis Privatmitteln für 300 000 Euro aufwendig saniert und erneuert worden, „aller Muff ist raus“, so Schakinnis.

Aktualisiert um 18.25 Uhr

In dieser Zeit hatte die Stadt das Haus noch unterstützt, aber schon vor einigen Jahren angekündigt, die Zuschüsse zurückzufahren. Diese Kürzungen greifen zum Januar 2015. Das bestätigte Ingo Happel-Emrich, Pressesprecher der Stadt. Von zuletzt 110.000 Euro Unterstützung im Jahr wird es künftig nur noch 50.000 Euro Zuschuss geben, sagt er. Diese Summe soll dann für drei Jahre unverändert bleiben.

Schakinnis erhöht zwar zur neuen Saison moderat die Kartenpreise, von jetzt je nach Kategorie 20 oder 23 Euro auf dann 22 und 24 Euro, doch diese Zusatzeinnahme gleicht die finanzielle Lücke nicht aus. „Kassel ist immer noch Deutschlands preiswerteste Komödie“, sagt er, anderswo seien Eintrittspreise zwischen 28 und 38 Euro völlig normal.

Markus Exner (50) will in Kassel bleiben und sich nach Möglichkeit hier neu beruflich orientieren. „Ich bin sehr zuversichtlich“, sagt er, die Stadt sei so dynamisch, dass er gern an deren Entwicklung weiterhin mitwirken wolle. Er hatte am Montag von der Kündigung erfahren. Die Stadt bedauert das Ausscheiden Exners, so Happel-Emrich, da man gut zusammengearbeitet habe.

Das Haus mit 145 Plätzen hatte in der vergangenen Spielzeit bei 259 Vorstellungen 37 061 Besucher. Das entspricht einer Auslastung von 87,8 Prozent. Neben den Leitern arbeiten eine Verwaltungsangestellte und ein Techniker im Haus, dazu zwei Azubis und sechs 450-Euro-Kräfte. Schakinnis hatte die Komödie nach einer Insolvenz 2006 übernommen. Er betreibt in Deutschland sechs Privattheater.

Karten: 0561-18383

Premieren

Drei neue Stücke stehen auf dem Programm 2014/15:

„Machos auf Eis“: In Christian Kühns Stück sitzen vier Männer in einem Kühllager fest.

„Mann über Board“: Musikalische Kreuzfahrt von Antonia Rothe-Liermann

„Ziemlich beste Freunde“: Komödienadaption von Gunnar Dreßler nach dem Filmerfolg Märchen: „Rapunzel“

Dazu gibt es ein Wiedersehen mit den Erfolgsstücken der letzten Saison und viele Gastspiele.

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