Spitzenkandidat für Bundestagswahl

Kasseler will Grünen-Spitzenkandidat für Bundestagswahl werden

Neuling: Seit zwei Jahren gehört Markus Meister den Grünen an und bewirbt sich nun um die Spitzenkandidatur. Foto: Homepage Grüne

Kassel. Markus Meister vom Kreisverband Kassel-Stadt der Grünen will für die Partei Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2013 werden. Erfahrung hat er kaum - „Ich bin aber engagiert und motiviert, mit aller Kraft für die Partei zu arbeiten“, schreibt er in seiner dreiseitigen Bewerbung.

Zusammen mit zehn weiteren eher unbekannten Kandidaten steht er somit in einer Reihe mit den Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin, Parteichefin Claudia Roth und Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt.

Seit zwei Jahren ist der 34-jährige Mitglied der Grünen. Er könne zwar nur wenig Erfahrung oder gar andere Ämter durch jahrelange Parteiarbeit vorweisen. Für eine Stellungnahme war der Kandidat am Freitag nicht zu erreichen.

Bei den Grünen in Kassel hat die Kandidatur für Erstaunen gesorgt. Kaum jemand kennt Markus Meister, der seit Kurzem dem Kasseler Kreisverband angehört. „Er ist bislang bei keiner Veranstaltung aufgetaucht, hat auch nicht den Kontakt zu uns gesucht - er ist einer von den wenigen Kasseler Grünen, die ich nicht kenne“, sagte Gernot Rönz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Rathaus. Meister wurde in Kassel geboren und lebte bis Juli dieses Jahres in Berlin.

Erstaunen an der Parteibasis

Dort schloss er an der Hotelwirtschaftsfachschule sein Studium zum Diplom-Hotelbetriebswirt ab. Jetzt arbeitet der gelernte Hotelfachmann beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, wo er für gastronomische Abrechnungen zuständig ist. Den Grünen habe er sich angeschlossen, weil sie seiner Auffassung nach die „einzig wirklich sozialliberale Partei Deutschlands“ seien. Beim Wahlkampf für das Berliner Abgeordnetenhaus 2011 engagierte er sich nach eigenen Angaben als ehrenamtlicher Helfer. Im August verlegte er seinen Wohnsitz wieder nach Kassel.

Bürgernähe und Offenheit könnten die Grünen am besten beweisen, wenn man neuen Gesichtern aus der Basis eine Chance gebe und sie in solche Ämter wähle, heißt es in seiner Bewerbung. Gleichzeitig wünscht er sich eine erfahrene Kandidatin an seiner Seite. Meister stellt infrage, ob die Grünen mit den gleichen Gesichtern antreten sollten, die Bundeswehrkampfeinsätze, den Abbau von Arbeitnehmerrechten, Steuersenkungen für Vermögende oder die Riesterrente auf Kosten der gesetzlichen Rentenversicherung zu verantworten hätten. Die Basis habe diesmal die Möglichkeit, die Kandidaten selbst zu bestimmen. (mkx /hai)

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