1000 weitere Pokerspieler auf den Bahamas

Kasseler pokert sich in die Karibik: Er spielt um vier Millionen Euro

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Ticket zu Millionen? Markus Ziegler gewann den Platinum Pass und darf damit nun an einem Pokerturnier auf den Bahamas teilnehmen.

Der Kasseler Markus Ziegler hat sich auf die Bahamas gepokert und kann nun um rund vier Millionen Euro spielen. 

Wirklich daran geglaubt hat er nicht. „Man wird ja wohl noch träumen dürfen, habe ich damals noch zu meiner Frau gesagt“, sagt Markus Ziegler aus Kassel. Sein Traum wurde wahr: Der 32-Jährige gewann bei dem Pokerfinale des Internetanbieters „Pokerstars“ nicht nur eine Reise auf die Bahamas, sondern sicherte sich auch das Ticket, den Platinum Pass, im Wert von 30 000 Dollar zum Pokerturnier „Pokerstars Players NL Hold’em Championship“. Bei dem könnte er fünf Millionen Dollar, etwa 4,3 Millionen Euro, gewinnen.

„Könnte“, betont Ziegler. Denn rund 1000 weitere Teilnehmer werden bei diesem Turnier, das Anfang Januar stattfindet, erwartet. Unter ihnen sind nicht nur Amateure, sondern auch Pokerprofis.

Poker online

Wie Ziegler es so weit geschafft hat? „Vor zehn Jahren hat alles angefangen“, sagt der 32-Jährige. Bei einem Besuch seiner Eltern schaute er über die Schulter seines Vaters, als dieser online pokerte. „Mein Vater hatte einen aggressiven Spieler neben sich, der ständig den Einsatz erhöht hat“, sagt Ziegler. 

„Der Spieler nannte sich MrNice“, zu deutsch etwa Herr Nett. Seitdem ist Ziegler als RealMrNice, also als der echte Herr Nett, in der Pokerwelt unterwegs und konnte auch schon einige Erfolge feiern. Nicht nur online spielt der 32-Jährige Poker, er nimmt auch an Turnieren teil und organisiert sie mit dem Verein Pokerliga Nordhessen.

„Beim Spielen gehe ich immer sachlich vor“, sagt Ziegler. Denn beim Poker gehe es um Glück und Geld, in die Spielsucht wolle er nicht rutschen. Die Buy-Ins, also die Geldbeträge, die man für eine Teilnahme an einem Pokerspiel zahlen muss, habe Ziegler sich deswegen erspielt und erspart, damit er nicht an sein eigenes Geld müsse.

Anfang des Jahres setzte Ziegler sich dann ein großes Ziel: Pokerstars Players NL Hold’em Championship auf den Bahamas. Ein Gewinnspiel der Online-Community Battle Bros machte es Ziegler möglich, den Platinum Pass zu gewinnen. 

„Ich schaffte es ins Team von Niklas Ehrenholz and spielte daraufhin das Brobattle in Köln gegen die Profis Felix Schneiders, Murat Tülek und fünf weitere Qualifikanten um extra Poker-Chips for das Online-Finale Anfang September“, sagt Ziegler. Dieses Poker Brobattle fand insgesamt sechs Mal in Köln statt. Am Ende kämpften 38 Spieler online auf der Pokerstars-Plattform um den Platinum Pass.

Im Finale lief es zunächst nicht gut. „Ich hatte kein gutes Gefühl.“ Doch dann kamen die ersten guten Hände, später „der Lauf meines Lebens“. In der letzten Hand des Abends schlugen die Buben in der Hand von Ziegler die 9 und 10 seines Gegners im Finale.

Das Turnier auf den Bahamas im Januar geht Ziegler ohne große Erwartungen an. „Ich möchte Pokerprofis kennenlernen“, sagt Ziegler. „Und eine schöne Zeit mit meiner Frau verbringen.“ Die frisch verheirateten Zieglers machen dann nämlich ihre zweiten Flitterwochen.

Was er mit den 4,3 Millionen Euro machen will, wenn er gewinnt? „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Das ist zu unrealistisch.“ Aber träumen, das wird man wohl noch dürfen.

Ziegler bereitet sich bereits jetzt, Monate vor dem Turnier im Januar 2019, vor. Zu seinem Training gehört nicht nur das regelmäßige Pokern, zu Hause online und auf Turnieren live, der Austausch und Coaching mit Profis oder ein Trainingscamp in den USA. Auch körperlich muss Ziegler einiges tun. 

„Man sitzt bei diesem Turnier drei Tage lang zehn Stunden“, sagt Ziegler. Deswegen sei Krafttraining so wichtig. Und auch seine Ausdauer trainiert er. Besonders wichtig: Gestik und Mimik. „Das Gesicht kann sehr viel verraten. Vor allem, wenn man sich gegenüber sitzt.“ Fasse sich etwa jemand an die Nase, könne das ein Hinweis auf einen Bluff sein. 

Er selbst habe Freunde gefragt, wie er in bestimmten Situationen reagiert. „Ich versuche immer auf die Karten zu schauen“, sagt Ziegler. „Mit einem leeren Blick.“ Er trägt einen Kapuzenpullover, damit er Hals und Kinn abdecken kann. Und Musik tönt in seinen Ohren, damit er abgelenkt ist.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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