Schulen, Sporthallen und Bürgerhäuser

Marode Gebäude: Stadt fehlt Geld für Sanierung

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Symbolbild Geld

Kassel. Die Stadt hat nicht genug Geld, um ihre Gebäude in Schuss zu halten. Als Schutzschirm-Kommune muss Kassel in den nächsten Jahren die Ausgaben auch für die Gebäudesanierung kürzen.

Das bedeutet: Viele marode Schulen, Sportstätten und selbst Teile des Kasseler Rathauses können in absehbarer Zeit nicht in Ordnung gebracht werden. In diesem Jahr hat sich ein Restbedarf von über 155 Millionen Euro für dringend notwendige Gebäudesanierungen angestaut. Diese Summe wird sich bis zum Jahr 2031 auf 210 Millionen Euro erhöhen. Aber nur, wenn bis dahin jedes Jahr mindestens sieben Millionen Euro in Reparaturen investiert werden. Ob das gelingt, ist noch völlig unklar. Klar ist aber schon jetzt: Die schlechte Bauunterhaltung sorgt nicht allein bei den städtischen Straßen, sondern auch bei den öffentlichen Gebäuden für enorme Wertverluste.

Das Geld fehlt

„Die Gebäudeunterhaltung ist mit rund sechs Millionen Euro pro Jahr zu circa 50 Prozent unterfinanziert“, beschreibt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) das Dilemma im aktuellen Gebäudesanierungsprogramm. Investiert werden müssten also mindestens zwölf Millionen Euro jährlich, doch das Geld dafür fehlt. „Die Folge wird ein beschleunigter Werteverzehr sein, der den Sanierungsbedarf der Zukunft überproportional steigen lassen wird“, erklärt Nolda. Künftig wird es also noch viel teurer, die maroden, aber aus Geldmangel nicht reparierten Häuser und Sporthallen wieder in einen ordentlichen Zustand zu bringen.

In diesem Jahr und voraussichtlich bis 2015 gibt es ein Tief bei den Finanzmitteln für die Gebäudesanierung wie lange nicht mehr: Seit 1993 wurde nicht mehr so wenig Geld in den Substanzerhalt investiert. Die Stadt will künftig Gebäude verkaufen – zum Beispiel die ehemalige Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld – um die Sanierungskosten einzudämmen.

Von Jörg Steinbach

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