Gebäude an der Kurt-Schumacher-Straße

Glaskästen kommen weg: Marode Pavillons vor dem Hansa-Haus in Kassel abgerissen

Abrissarbeiten: Bauarbeiter beseitigen zurzeit ein Drittel der heruntergekommenen Glaskästen entlang der Kurt-Schumacher-Straße. Was mit den übrigen Häuschen wird und was insgesamt geplant ist, war von den Eigentümern der Immobilie nicht zu erfahren. Foto:  Koch

Kassel. Vor dem Hansa-Haus tut sich etwas: Drei der neun maroden Pavillons entlang der Kurt-Schumacher-Straße werden gerade abgerissen. Es handelt sich um die oberen drei Glaskästen von der Mittelgasse aus gesehen.

Über den Hintergrund der Bauarbeiten gaben sich die Verantwortlichen der prominenten Immobilie auf Anfrage der HNA zugeknöpft.

Das Hansa-Haus gehört der Bubis Grundstücksverwaltung in Frankfurt. Der verstorbene Ignaz Bubis war als Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland bekannt. Verwaltet wird die Kasseler Liegenschaft von der IC Property Management. Ein Sprecher dieser Frankfurter Firma sagte, die Eigentümer wollten derzeit keine Auskünfte über die Bauarbeiten erteilen. Begründung: „Das Gesamtkonzept steht noch nicht endgültig fest.“

Die als Ladengeschäfte konzipierten Häuschen stehen größtenteils schon lange leer. Die letzten verbliebenen Nutzer sind ein Brautmodengeschäft, das aber bereits gekündigt hat und Räumungsverkauf macht, sowie eine Fahrschule. Bereits Anfang 2013 hatte die Verwaltungsfirma einem Interessenten mitgeteilt, dass für die Glaskästen keine neuen Mietverträge mehr gemacht werden.

Wie es mit den verbleibenden sechs Häuschen weitergeht, bleibt unklar. „Wir haben bisher keine Kündigung bekommen“, sagte eine Mitarbeiterin der Fahrschule Giese, die als einzige Pavillon-Mieterin noch die Stellung hält. Inhaber Frank Giese ist von dem zentralen Standort überzeugt, kritisiert aber schon seit längerem, dass sich die Eigentümer zu wenig kümmern würden.

Hier finden Sie eine Grafik von der genauen Lage der Pavillons.

Der stadtbildprägende Gebäudekomplex, Baujahr 1963, hinterlässt schon seit Jahren einen zwiespältigen Eindruck. Während die praktisch leer stehende Ladenzeile zur Kurt-Schumacher-Straße hin ein heruntergekommenes Bild vermittelt, sind die Hauptgebäude in ordentlichem Renovierungszustand und weitgehend gut vermietet.

Hauptmieterin ist die Stadt Kassel, die im Hansa-Haus auf 6500 Quadratmetern diverse Dienststellen ihres Ordnungsamts sowie der Allgemeinen Sozialen Dienste untergebracht hat. Die längsten Mietverträge laufen noch bis ins kommende Jahrzehnt. Zur Frage nach den Bauaktivitäten vor dem Haus verwies die städtische Pressestelle auf die Eigentümerfirma. Der Abriss der drei Pavillons sei ordnungsgemäß beantragt und genehmigt worden.

Im vergangenen Jahr hatten die Eigentümer Teilsanierungsarbeiten am Hansa-Haus vorgenommen: An der Rückseite zum Hanseatenweg hin wurden die meisten der zweigeschossigen Anbauten umfassend modernisiert, Treppenaufgänge zur Hauptfront hin wurden erneuert und einige Reparaturarbeiten im Bereich der Arkadengänge erledigt.

Noch maroder als die Glaspavillons vor der Hauptfassade präsentiert sich hingegen ein von Säulen getragener Eckbereich zur Mittelgasse hin, in dem sich früher eine Discothek befand. Auch für diesen Gebäudeteil bleibt die Perspektive vorerst unklar.

Von Axel Schwarz

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