Umwidmung des Geländes noch nicht in trockenen Tüchern

Brauhaus-Pläne von Martini stocken

Soll zur Erlebnisgastronomie und zum Wohnen umgenutzt werden: das Martini-Gelände an der Kölnischen Straße. Allerdings muss das Projekt noch einige genehmigungsrechtliche Hürden nehmen.

Kassel. Die Pläne der Einbecker Brauhaus AG, auf dem Gelände der Martini-Brauerei in Kassel eine Erlebnisgastronomie und ein Wohnquartier zu errichten, sind mit größeren Problemen behaftet als zunächst angenommen.

Wie der Vorstandssprecher der 1378 gegründeten Braustätte, Lothar Gauß, im Gespräch mit der HNA erklärte, sei die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts „schwierig, aber möglich“. Der Planungs- und Abstimmungsprozess für das Gelände zwischen Kölnischer, Uhland-, Emmerich- und Hardenbergstraße dauere an und werde ergebnisoffen geführt.

„Schwierig, aber möglich“

Nach Angaben von Gauß geht es vor allem darum, die Interessen der Brauerei und der geplanten Erlebnisgastronomie mit denen des bestehenden und neuen Wohngebiets vor allem mit Blick auf Lärm, Emissionen und Parken in Einklang zu bringen. Entsprechende Gutachten lägen vor. Jetzt gehe es darum, sie gemeinsam mit den kommunalen Gremien zu bewerten.

Apropos Kommune: Gauß betonte, dass es seitens der Stadt eine große Unterstützung für die Brauhaus-Pläne gebe. Hohe Hürden bauten Landes- und Bundesgesetze auf, weil das Projekt Erlebnisgastronomie nicht ausschließlich der Nahversorgung diene und somit Verkehr und Menschen ins Quartier zöge. Wie berichtet, sind die Einbecker dabei, die Abfüllung der Kasseler Biere an den Unternehmenssitz zu verlegen.

Derzeit wird die Anlage an der Kölnischen Straße demontiert. Ein Teil wird in Einbeck wieder aufgebaut, was nicht gebraucht wird, wird verkauft. Insgesamt werden 15 Millionen Euro in Einbeck investiert. Das Martini-Bier wird aber weiterhin in Kassel gebraut und mit Tankwagen zur Abfüllung nach Südniedersachsen geschafft. Während die Einbecker die Investition für die Erlebnisgastronomie – zwei bis drei Millionen Euro – selbst zu stemmen gedenken, soll die Entwicklung des Wohnquartiers Investoren überlassen werden. „Das Interesse ist groß“, sagte Gauß.

Umsatz gesteigert 

Die Einbecker Brauhaus AG hat 2014 beim Bierabsatz ein leichtes Minus von 1,7 Prozent auf 664 581 Hektoliter (66,46 Millionen Liter) hinnehmen müssen, den Umsatz aber um drei Prozent auf fast 40 Mio. Euro gesteigert. Der Jahresüberschuss kletterte kräftig um 61,5 Prozent auf 333 000 Euro. Gruppenweit beschäftigt das Unternehmen 150 Mitarbeiter, davon 20 in Kassel. Mit den indirekt Beschäftigten bei Zulieferern, Dienstleistern und Logistikern sind mehr als 300 Menschen für die Traditionsbrauerei tätig.

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