Schulen dürfen von Regelung abweichen - Waldorfschule hatte es probiert

Maskenpflicht an Schulen ist keine Pflicht: Kasseler Schule probierte es ohne Masken

Maskenpflicht kann von Schulen ausgesetzt werden: In Kassel wurde davon aber nur in einem bekannten Fall Gebrauch gemacht.
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Maskenpflicht kann von Schulen ausgesetzt werden: In Kassel wurde davon aber nur in einem bekannten Fall Gebrauch gemacht.

An einigen Kasseler Schulen, vor allem im Grundschulbereich, ist eine Debatte um die Maskenpflicht entbrannt: Die einen fordern das konsequente Tragen, die anderen machen sich Sorgen um die psychischen Auswirkungen auf die Schüler.

Kassel - Nach einer Verordnung des Landes ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in den Schulen zwar verpflichtend, aber es gibt Hintertüren, die zumindest an der Waldorfschule Kassel zeitweise schon genutzt wurden.

Nach Auskunft des Schulamtes ist es den Schulen erlaubt, von der Maskenpflicht abzuweichen, wenn die Schulleitung dies in Abstimmung mit der Schulkonferenz für richtig hält und beschließt. In so einem Fall können sich Schulen mit dem Gesundheitsamt beraten.

Aber welche Kasseler Schulen nutzen diese Option? Beim Schulamt werde nicht erhoben, welche Schulen in Kassel von der Pflicht abweichen, teilt die schulfachliche Aufsicht Sabine Schäfer auf HNA-Anfrage mit. Einzelne Schulen, an denen Wünsche nach Aufhebung der Maskenpflicht laut geworden seien, hätten sich zur Beratung an das Gesundheitsamt gewandt. „Mir sind aber keine Schulen bekannt geworden, an denen die Schulleitung nach Anhörung der Schulkonferenz wirklich eine dahingehende Entscheidung getroffen hat“, so Schäfer weiter. Auch die Waldorfschule, wo es zeitweise eine Aussetzung gegeben habe, sei zur Pflicht zurückgekehrt.

Jochen Henn, Geschäftsführer der Waldorfschule, bestätigt die zeitweise Aussetzung: „Am 16. Februar, als die 7-Tage-Inzidenz in Kassel bei etwa 20 lag, hat die Schulleitung diesen Entschluss in Absprache mit dem Elternrat getroffen. Allerdings galt die Aussetzung nur für die Eingangsklasse und die Klassen 1 bis 4.“ Es sei schon damals festgelegt worden, dass man die Entwicklung beobachten wolle und gegebenenfalls die Maskenpflicht wieder einführen werde. Als nun die Infektionszahlen wieder gestiegen seien, habe man Anfang dieser Woche das Tragen der Masken im Unterricht wieder verpflichtend gemacht. Der überwiegende Teil der Eltern trage die Entscheidung mit.

„Man muss die Risiken einer Infektion und die Belastungen für die Kinder immer wieder aufs Neue abwägen. Bei den jüngeren Schülern sagt sogar das Robert-Koch-Institut, dass man auf psychosoziale Folgen achten soll“, sagt Henn. Es habe noch keinen einzigen Infektionsfall innerhalb der Waldorfschule gegeben. Lediglich in fünf Fällen hätten sich Schulmitglieder außerhalb infiziert, weshalb in einem Fall eine halbe Klasse für fünf Tage in Quarantäne gemusst habe.

Obwohl Schulamt und Gesundheitsamt den Schulen abraten, von der Verordnung des Landes abzuweichen, will die Waldorfschule bei einem erneuten Sinken der Zahlen wieder über die Aussetzung diskutieren. „In Baden-Württemberg gibt es eine generelle Befreiung von der Maskenpflicht für die Klassen 0 bis 4. Klasse. Das hat uns auch bestärkt“, sagt Henn.

Unterdessen machte in der Kasseler Schullandschaft das Gerücht die Runde, an der Auefeldschule werde ebenfalls die Aussetzung der Maskenpflicht ernsthaft diskutiert. Dies wies die Schulleitung zurück. Es sei bei der Schulkonferenz darüber gesprochen worden, es gebe aber keine Initiative. (Bastian Ludwig)

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