Maskiert durch die Innenstadt

Immer mehr Menschen in Kassel schützen sich auch im Freien

Moritz, Sven, Anton und Julia Sedlaczek aus Grebenstein
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Der erste Besuch der Kasseler Innenstadt in diesem Jahr: (von links) Moritz, Sven, Anton und Julia Sedlaczek aus Grebenstein am Samstag auf dem Königsplatz.

Seitdem Kassel wegen der hohen Anzahl von Infizierten zum Corona-Risikogebiet erklärt worden ist, tragen immer mehr Menschen auch in der Fußgängerzone einen Mund-Nasen-Schutz.

Kassel – In den Geschäften herrscht seit Wochen Maskenpflicht. Seit einigen Tagen fällt beim Bummel durch die Kasseler Innenstadt auf, dass immer Menschen den Mund-Nasen-Schutz auch dann noch tragen, wenn sie die Läden verlassen haben. Unter freiem Himmel, wo es in Kassel bislang noch nicht vorgeschrieben ist. Allerdings empfiehlt die Stadt Kassel den Menschen, sich in der Innenstadt mit einer Maske zu schützen.

Julia und Sven Sedlaczek sind am Samstag mit ihren Söhnen Moritz und Anton auf dem Königsplatz unterwegs. Die Eltern und der ältere Sohn Moritz lassen die Masken auch draußen vor Mund und Nase. „Man macht sich ja schon Gedanken, wenn man jetzt nach Kassel fährt“, sagt Julia Sedlaczek mit Blick auf die hohen Infektionszahlen im Stadtgebiet. Sie seien in diesem Jahr zum ersten mal nach Kassel zum Einkaufen gefahren, sagt die Frau. Sonst bestelle sie derzeit wegen Corona viel im Internet. Aber die Schuhe, die die Familie am Samstag einkaufte, sollten dann doch vor Ort anprobiert werden.

„Ich hoffe, dass mich die Maske schützt“, sagt Sven Sedlaczek. „Zumindest verteile ich nichts an andere, falls ich selbst etwas hätte.“

Auch Sigrid und Lothar Reuter aus Baunatal laufen am Samstagmittag mit Maske über die Obere Königsstraße. Lothar Reuter geht davon aus, dass dieses Stoffteil ihn noch die nächsten Jahre begleiten wird. „Auch wenn es einen Impfstoff gibt, wissen wir doch erst mal gar nicht, wie dieser wirkt.“

Tragen Maske in der Fußgängerzone: Sigrid und Lothar Reuter aus Baunatal auf der Oberen Königsstraße.

Die Reuters sagen, dass sie sich mittlerweile an die Masken gewöhnt haben, auch wenn sie sie noch manchmal vergessen.

Eine Mutter und eine Tochter, die in der Fußgängerzone unterwegs sind, tragen auch beide Maske. „Weil die Infektionszahlen in die Höhe geschossen sind“, sagt die Mutter. Sicherer fühle sie sich dadurch aber nicht. „Es schadet aber auch nichts.“

Manche Menschen scheinen die Masken unter freiem Himmel auch nur zu tragen, weil sie vergessen haben, sie nach einem Einkauf wieder abzuziehen. Das sagt zum Beispiel ein junger Vater, der maskiert mit einem Kinderwagen über den Königsplatz eilt.

Wollen auch andere Menschen schützen: Sina Christmann (links) und Jana Martin.

Die 19-jährige Sina Christmann und die 17-Jährige Jana Martin tragen ihre Masken hingegen ganz bewusst auf der Straße. „Das mache ich immer dort, wo viele Menschen sind“ sagt Martin, die in Felsberg wohnt. „Dabei geht es uns darum, die anderen zu schützen. Es geht weniger um uns selbst“, ergänzen die beiden Freundinnen. Diese Einstellung hört sich doch sehr vernünftig an. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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