Sanierung der Zehntscheune in Waldau geht auf die Zielgerade

Blick von der Zehntscheune zur Nürnberger Straße: Links sind deutlich die Dachbalken zu erkennen, die die Handwerker der Firma Eifert bereits ausgetauscht haben. Das Dach der Scheune (oben) wird während der Arbeiten aufgeklappt und abgestützt.

Waldau. Die zweite Etappe der auf 860.000 Euro veranschlagten Sanierung der denkmalgeschützten Zehntscheune steht vor dem Abschluss: Rechtzeitig vor dem Auftakt zur Waldauer Entenkirmes sollen die Arbeiten an einem vier Meter breiten Dach- und Deckenabschnitt der Scheune fertig sein.

Es ist allerdings offen, ob es nächstes Jahr weitergeht. Eine Sanierung in kleinen Schritten sei unverhältnismäßig teuer, sagt Joachim Bonn, Ortsvorsteher und Vorsitzender des Fördervereins. Dieses Jahr verbaut der Förderverein einen Zuschuss von 50.000 Euro der Stadt und eine Landeszuwendung von 20.000 Euro. Außerdem stehen laut Bonn weitere 20.000 Euro aus einer Spende der Kasseler Sparkasse zur Verfügung. Nächstes Jahr werden es wohl nur 70.000 Euro von der Stadt und dem Land sein. Namhafte Spenden seien nicht eingegangen. Bei den Baukosten schlügen allein die Aufwendungen für die Einrichtung der Baustelle jedes Mal mit 17.000 Euro zu Buche, sagt Bonn. Da sei es möglicherweise sinnvoller, vor der nächsten Etappe einen größeren Betrag anzusparen.

Warum die Arbeiten an der fast 600 Jahre alten Scheune so teuer sind, erschließt sich bei einem Blick auf die Baustelle: Die alten Dach- und Deckenbalken sind mit Epoxidharz überzogen. „Der ist hart wie Beton, den müssen wir mit der Flex schneiden“, sagt Frank Bruder von der auf die Restaurierung von Fachwerksbauten spezialisierten Zimmerei Eifert aus Grebenau. Das während einer Reparatur in den 1980er-Jahren aufgetragene Harz habe dafür gesorgt, dass die Feuchtigkeit nicht aus den Balken entweichen konnte. Daher sind sie angefault.

Passgenauer Zuschnitt

Auf der Baustelle ist Maßarbeit gefragt, kein Balken sei wie der andere. Muss ein Träger aus Eiche oder Nadelholz ersetzt werden, so wird er vor Ort passgenau zugeschnitten. Zusätzlich verstärken Bruder und seine Kollegen die Balken mit Edelstahlstabdübeln. Das soll die Tragkraft erhöhen.

Die Handwerker mussten zum Austausch der Balken die in die Gefache gemauerten Feldsteine herausnehmen. Diese habe man nummeriert und später in gleicher Reihenfolge wieder eingebaut, sagte Bruder. (pdi)

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