Schneller schmerzfrei durch passgenaue Fertigung

Kniegelenk aus dem 3D-Drucker: Neues Verfahren an Kasseler Vitos-Klinik

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Maßgelenk fürs Knie aus dem 3 D-Drucker

Kassel. Mit einer neuen Generation von künstlichen Kniegelenken können Knieprothesen jetzt passgenau für einen Patienten gefertigt werden. Erstmals in Mittel- und Nordhessen hat dieses Verfahren Prof. Werner Siebert, Ärztlicher Direktor der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, eingesetzt.

Nach den bisherigen Erfahrungen seien die Patienten schnell schmerzfrei und mobil. Bisher werden in der Vitos-Klinik zehn Prozent der jährlich 650 Knieprothesen-OPs mit dem neuen Verfahren vorgenommen. Der Anteil soll bis auf 60 Prozent steigen. Die maßgefertigte Knieprothese hat laut Siebert viele Vorteile: Sie ahmt die natürliche Form des Oberschenkelknochens nach, anstatt ihn mit einer standardisierten Prothese zu ersetzen. Bisher stehen fünf bis zehn Standardgrößen zur Verfügung, aus denen der Operateur ein für den Patienten passendes Modell auswählt. Dabei kann es sein, dass bei der OP der Ober- oder Unterschenkelknochen dem Modell angepasst und zusätzlich Knochen abgefräst werden muss.

Durch die passgenaue Herstellung ist das bei dem neuen Verfahren nicht mehr nötig. Siebert: „So geht etwa 25 Prozent weniger Knochensubstanz verloren.“ Die Prothese nach Maß führe außerdem zu einer besseren Beweglichkeit des Knies.

Nach einer Computertomographie des Beins werden die Daten zum Hersteller der Prothese nach Boston (USA) geschickt. Dort wird ein dreidimensionales Modell des Knies in einem 3D-Drucker entwickelt, anhand dessen das Kunstgelenk geplant wird. Anschließend wird das individuelle Implantat aus einer Chrom-Kobalt-Legierung mit den dazugehörigen Schnittschablonen für den Operateur gefertigt. „Durch diese Passgenauigkeit können wir das Kunstgelenk in einer kürzeren OP-Zeit minimal-invasiv einsetzen“, sagt Siebert. Die Operation wird von den Krankenkassen bezahlt.

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