Projekt der Uni Kassel 

Mathe lernen im Netz: Studenten drehten Erklärvideos

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Mathe auf dem Schirm: Student Stefan Richert und Prof. Dr. Rita Borromeo Ferri präsentieren zwei der Videoclips, die von den Grundschullehramts-Studierenden produziert wurden. Sie sind bei Youtube abrufbar.   

Kassel. Studenten der Uni Kassel haben Videos zu Mathethemen der Grundschule produziert. Auch ausländische Kinder sollen damit lernen können. 

Grundschüler, die im Matheunterricht nicht mitgekommen sind, haben ab sofort ihren Eltern gegenüber ein gutes Argument, um Filmchen auf dem Computer oder dem Smartphone zu gucken: Lehramtsstudenten der Uni Kassel haben elf kurze Clips produziert, in denen Mathestoff aus der Grundschule ebenso unterhaltsam wie lehrreich erklärt wird. Themen wie schriftliches Subtrahieren, Rechnen mit Geld oder geometrische Figuren werden darin per Trickfilm, Kasperletheater oder mit Playmobilfiguren anschaulich gemacht.

„Die Erklärvideos ermöglichen durch die Kombination von Visualisierungen und Sprache einen alternativen inhaltlichen Zugang für die Schüler“, sagt Mathematikprofessorin Dr. Rita Borromeo Ferri, die das Projekt in einem Seminar mit 23 Studierenden umgesetzt hat.

Die Videos wurden dabei nicht nur auf Deutsch vertont, sondern auch in verschiedene Fremdsprachen übersetzt. Auch durch die vielen neuen Flüchtlingskinder spielten sprachliche Barrieren im Unterricht eine wachsende Rolle, sagt die Mathematikdidaktikerin. Ziel sei daher, alle Clips auch in Arabisch verfügbar zu machen. Die mehrsprachigen Filme könnten helfen, den Schülern die jeweiligen mathematischen Sachverhalte und die nötigen Fachbegriffe auf Deutsch zu vermitteln.

Zugleich habe das Seminar die Studierenden dazu angeregt, sich Gedanken über gutes Erklären und den Einsatz digitaler Medien in der Schule zu machen, sagt Borromeo Ferri. Die Filme eigneten sich nicht nur zum Lernen zuhause, sondern könnten auch in den Unterricht eingebunden werden.

Bruchrechnung mit Pizza

Stefan Richert und sein Kommilitone Thomas Künzl haben ein Video über Brüche produziert. „Bruchrechnung ist für Kinder auf Anhieb nicht das spannendste Thema. Man muss es ihnen schon schmackhaft machen“, sagt der 28-Jährige. Dabei hätten sie sich am Erklärstil der Sendung mit der Maus orientiert: „Mit Witz und Begeisterung fürs Thema“. So wird in dem Clip anhand einer Pizza-Party, bei der alle Gäste gleich viel zu essen bekommen sollen, anschaulich gemacht, was ein Drittel oder ein Viertel ist. Und was Zähler, Nenner und Bruchstrich bedeuten. Anders als in einer Schulstunde habe man im Video nur wenige Minuten Zeit, das Thema auf den Punkt zu bringen, sagt Richert. „Da muss man sich noch genauer überlegen, was man sagt.“

Fortsetzung geplant

Das Projekt „Lernen mit Videopodcasts im Mathematikunterricht“ (LeViMM) soll im nächsten Semester fortgesetzt werden, sagt Rita Borromeo Ferri – dann mit Themen der Sekundarstufe. Außerdem plant die Professorin eine Studie dazu, wie Videos im Unterricht eingesetzt und wie sie von Lehrern und Schülern wahrgenommen werden.

Die Videos sind unter www.uni-kassel.de/go/levimm und bei Youtube (Suchbegriff: Le ViMM) abrufbar.

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