Polizisten ausgezeichnet

Medaille für die Retter: Sie holten 22 Menschen aus einem brennenden Haus

Wurden für ihren Mut mit der Hessischen Rettungsmedaille ausgezeichnet: Polizeikommissar Abdülsamet Ercan und Polizeioberkommissarin Manuela Ziegler retteten vor einem Jahr bei einem Brand 22 Menschen in Bettenhausen. Foto:  Koch

Kassel. Die Polizisten Manuela Ziegler und Abdülsamet Ercan vom Kasseler Revier Ost wurden kürzlich auf dem Hessentag mit der Hessischen Rettungsmedaille ausgezeichnet. Sie haben vor einem Jahr 22 Menschen aus einem brennenden Haus in Sicherheit gebracht.

 „In dem Moment habe ich nicht an die Gefahr gedacht“, sagt Polizeikommissar Abdülsamet Ercan. Ihm und seiner Kollegin, der Polizeioberkommissarin Manuela Ziegler, sei nur klar gewesen, dass sie in das qualmende Haus reingehen und die Menschen rausholen müssen. „Da waren doch auch Kinder drin“, sagt der 27-jährige Polizist aus Kassel.

Bei einem Brand in der Eichwaldstraße in Bettenhausen retteten Manuela Ziegler und Abdülsamet Ercan in der Nacht zum Sonntag, 5. Juni 2016, insgesamt 22 Menschen aus einem Mehrfamilienhaus. Für diesen mutigen Einsatz wurden die beiden, die im Revier Ost arbeiten, jetzt von Ministerpräsident Volker Bouffier mit der Hessischen Rettungsmedaille auf dem Hessentag ausgezeichnet.

Die beiden waren von ihrem Dienstgruppenleiter für die Medaille vorgeschlagen worden. Auch wenn der Einsatz, bei dem beide eine Rauchgasvergiftung erlitten, für sie selbstverständlich gewesen wäre, freuten sie sich über die Auszeichnung. „Damit wird auch unsere Arbeit wertgeschätzt“, sagt Ziegler (40). Zumal es von den Bewohnern, die von den beiden vor einem Jahr aus dem Mehrfamilienhaus geholt wurden, keine Rückmeldung gegeben habe.

Es war fast gegen Ende der Nachtschicht, als sich Ziegler und Ercan auf Streifenfahrt unweit der Eichwaldstraße befanden. Sie waren bereits zu mehreren brennenden Containern in der Nacht gefahren, als sie gegen 4.30 Uhr über Funk von einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus hörten. Sie fuhren direkt zur Brandstelle, wo die Feuerwehr noch nicht eingetroffen war.

Aus der geöffneten Haustür und einem Fenster im Obergeschoss drang Qualm nach draußen. Die Polizisten gingen zunächst rein, um die Bewohner durch Rufen und Klopfen auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Als diese nicht reagierten, ging die Polizeioberkommissarin wieder nach draußen, um die Bewohner über die Lautsprecher des Funkwagens zu warnen.

Aber nur ein Pärchen habe daraufhin das Haus verlassen, sagt Ziegler. Andere Bewohner schauten aus dem Fenster und reagierten nicht. „Das war schon komisch.“

Holztreppe glühte

Das Streifenteam ging daraufhin wieder in das Wohnhaus und suchte jedes Stockwerk auf. „Die Holztreppe hat

geglüht und es war ziemlich verraucht.“ Endlich reagierten die Bewohner und begleiteten die Polizisten nach draußen.

Als alle draußen waren, trafen auch Feuerwehr und Rettungswagen ein. Das passte. Wie die Kripo später feststellte, handelte es sich um schwere Brandstiftung. Unbekannte hatten einen Wäscheständer mit Kleidung in das Treppenhaus gebracht und vor einer Holztür im ersten Stock angezündet. Neben den Polizeibeamten erlitten drei Bewohner eine Rauchgasvergiftung.

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