Projekt "medien@schule"

Leiter der Johann Hinrich Wichern Schule im Interview

Kassel. Für das Projekt "medien@schule" haben Schüler der Johann Hinrich Wichern Schule ihre Schulleiter interviewt.

Sascha Mackenroth ist seit fast einem Schuljahr Schulleiter in der Johann Hinrich Wichern Realschule in Kassel. In unserer Klasse (8) unterrichtet er zudem die Fächer Englisch und Politikwissenschaften. In einem Interview konnten wir (Sissy, Vanessa und Max) alle Fragen stellen, für die während des Unterrichts keine Zeit ist.

Wie kamen Sie eigentlich darauf Schulleiter in der Johann Hinrich Wichern Realschule zu werden?

Mackenroth: Es war ein großer Anreiz die Stelle als Schulleiter anzutreten, um einmal eine ganz andere Seite des Schulbetriebs zu sehen. Besonders interessant war der Aspekt, dass die Johann Hinrich Wichern Schule eine christliche Schule ist, da sich hier die Möglichkeit bot, meinen Glauben und Werte mit der Arbeit zu verbinden.

Sascha Mackenroth übernahm 2017 die Leitung der Johann Hinrich Wichern Schule von Heide Kamin.

Ist es für Sie stressig, Lehrer und Schulleiter zugleich zu sein?

Mackenroth: Ich fühle mich weniger gestresst als erwartet, wahrscheinlich, weil die Arbeit wirklich Spaß macht und ich einiges an Gestaltungsspielräumen habe. Trotzdem ist die Belastung mit Englischunterricht in drei Klassen und den Aufgaben des Schulleiters natürlich hoch.

Um was müssen Sie sich mehr kümmern: den Unterricht oder die Schulleitung?

Mackenroth: Definitiv nehmen die Schulleitungsaufgaben mehr Zeit in Anspruch, zumal ich versuche, immer eine offene Tür für Kollegen, Eltern und insbesondere Schüler zu haben, was auch häufig genutzt wird.

Wie lösen Sie Platzmangel oder andere Probleme als Schulleiter?

Mackenroth: Das lässt sich nur mit viel Kreativität und Flexibilität lösen. Als kleine Schule mit begrenzten Raummöglichkeiten und relativ kleinem Kollegium müssen wir täglich flexibel auf die Anforderung reagieren, was glücklicherweise mit dem Zutun aller gut funktioniert.

Was sind Ihre Aufgaben als Schulleiter?

Mackenroth: Die Planung sämtlicher Rahmenbedingungen und Konzepte: pädagogische Ausrichtung der Schule, Schulentwicklung, Organisation, Arbeit am Leitbild, Umsetzung des Schulprogramms, Personelles, Mitarbeiterführung und –entwicklung. Verwaltungsaufgaben, Finanz- und Budgetaufgaben. Ansprechpartner und Mediator für Schüler, Kollegium und Eltern, Vorstellungsgespräche mit jedem neuen Lernenden und dessen Erziehungsberechtigten, Vertreter gegenüber dem Schulamt, Repräsentieren gegenüber Menschen außerhalb der Schule.

Arbeiten Sie oft länger als Sie sollten – bis wieviel Uhr arbeiten Sie meistens?

Mackenroth: Der Arbeitstag startet nach 7 Uhr morgens im Büro und geht bis in den Nachmittag hinein. Das ist abhängig von (häufigen) Konferenzen, Dienstversammlungen sowie Gespräche mit Eltern und Kollegen. Oft geht die Arbeit am heimischen Schreibtisch weiter, gerade in den Abendstunden. Dazu kommen Termine wie Infoveranstaltungen, Elternabende, Feste und andere abendliche Aktivitäten in der Schule, bei denen ich anwesend bin.

Sind Sie jetzt mit der Schulsituation zufrieden? Was würden Sie ändern?

Mackenroth: Ich bin jetzt ein gutes halbes Jahr in der Position des Schulleiters an der JHWS. In der Zeit haben wir Bewährtes weitergeführt, aber auch vieles überarbeitet und neu implementiert. Deswegen bin ich heute mit der Schulsituation zufrieden, habe aber gemeinsam mit dem Kollegium noch einige Punkte auf der Agenda, die wir in Angriff nehmen wollen. Um den einzelnen Schülerinnen und Schülern mit ihren unterschiedlichen Kenntnissen und Lernvoraussetzungen gerecht zu werden, sind z.B. Themen wie Heterogenität, individuelle Förderung, Differenzierung, aber auch Inklusion immens wichtig. Insbesondere haben sich durch diverse Elterngespräche wichtige und interessante Aspekte ergeben, die wir im Rahmen unserer Schulentwicklung angehen wollen.

Haben Sie Interesse an Verbindungen zu Partnerschulen?

Mackenroth: Grundsätzlich halte ich davon – gerade als Fremdsprachenlehrer - eine Menge. Allerdings ist das Interesse anderer Schulen an Partnerschaften eher zurückgegangen. Dennoch sind wir an dieser Idee weiterhin interessiert und suchen nach guten Möglichkeiten, insbesondere da unsere Französischlehrerin ein native speaker ist.

Wollten Sie schon immer Lehrer werden?

Mackenroth: Nein, ich bin erst Lehrer auf dem zweiten Bildungsweg geworden. Ich habe dies allerdings nie bereut, sondern würde, ganz im Gegenteil, immer wieder Lehrer werden wollen. Es ist ein toller Job, täglich mit Jugendlichen zu arbeiten.

Wie sahen denn die anderen, ursprünglichen Berufspläne aus?

Mackenroth: Ursprünglich zog es mich nach meinem ersten Studium eher in die freie Wirtschaft, Tendenz Ausland. Aber glücklicher- oder zufriedenstellenderweise ist es anders gekommen.

Stellvertretender Schulleiter Theiß im Interview

Über seine Lehrer erfährt man als Schüler eigentlich relativ wenig, obwohl man sie als Schüler doch jeden Tag im Unterricht sieht. Deshalb gab es für uns Schüler einige Überraschungen als wir unseren Mathelehrer und stellvertretenden Schulleiter interviewten.

Wollten sie schon immer Lehrer werden?

Theiß: Nein, als ich 7 Jahre alt war, wollte ich immer gerne Richter werden. Ich hatte damals auch ein eigenes Gesetzbuch, aber nach einiger Zeit, als ich älter wurde, wollte ich dann doch Lehrer werden.

Waren Sie gut in der Schule?

Theiß: Ich muss zugeben: ich war damals in der Schule nicht der Beste. Ich hatte in einigen Fächern eine 5 und bin in der 7. Klasse auch sitzengeblieben. Wie waren Sie damals in Mathe? Ich war in der 7. Klasse in Mathe sehr schlecht und hatte sogar eine 5 im Zeugnis.

Hatten Sie in der Schule schlechte Erfahrungen, z.B. Mobbing oder so etwas?

Theiß: Klar gab es Kinder die andere fertiggemacht haben, aber ich gehörte nicht dazu. Ich wurde zum Glück nicht gemobbt. Wie war Ihr Verhältnis zu den Lehrern? Ich war in meiner Schulzeit ein Klassenclown und war sehr frech zu den Lehrern, aber trotzdem war mein Verhältnis gut.

Wie sind Sie auf diese Schule gekommen?

Theiß: Es war so, ich bin eines Morgens aufgewacht und habe das Gefühl gehabt, dass Gott zu mir gesagt hat, dass ich auf dieser Schule unterrichten soll. Das habe ich dann auch so gemacht.

Wollten Sie stellvertretender Schulleiter werden?

Theiß: Am Anfang wollte ich das ganz sicher nicht, ich wollte nicht die ganze Verantwortung auf meinen Schultern haben, aber nach langer Überlegung habe ich mich doch um entschieden.

Was sind Ihre Aufgaben als stellvertretender Schulleiter?

Ich muss die Stundenpläne, Vertretungspläne und ein Haufen andere Sachen erledigen, manchmal bin ich sogar bis spät abends noch hier.

Von Sissy, Vanessa, Max, Dogukan und Dinohr (Schüler der Johann Hinrich Wichern Schule 

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Dieter Sc hachtschneider

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